Lieber verliebt (USA 2009)

lieber-verliebtNachdem sie mit dem Nebenrollen-Oscar für ihre Darbietung im Musical „Chicago“ geehrt wurde, ließ es Catherine Zeta-Jones merklich ruhiger angehen. Die Gattin von Michael Douglas scheint sich vorrangig um die Familie zu kümmern und steht seit „Die Legende des Zorro“ (2005) nur noch im Zweijahresrhythmus vor der Kamera. In der Romanze „Lieber verliebt“ spielt die mittlerweile 40-jährige eine alleinerziehende Mutter, die sich in einen 15 Jahre jüngeren Mann verliebt. Das ist zwar keine große Kinokunst, vom Allerlei archetypischer RomComs hebt sich der leichte Schwank aber souverän ab.

Zu verdanken ist dies der Zurückhaltung, mit der Autor und Regisseur Bart Freundlich („Liebe ist Nervensache“) die Geschichte ankurbelt. Als zweifache Mutter Sandy fällt Zeta-Jones aus allen Wolken, nachdem sie zufällig auf die Untreue des Ehemanns aufmerksam wurde. Sie zieht einen radikalen Schlussstrich und versucht in New York den Neuanfang. Beruflich geht es bei einem Sportkanal schnell bergauf. Nur auf die Kuppelversuche einer Freundin, die schnellen Sex als bereinigende Grundlage einer neuen Beziehung erachtet, will sie sich nicht einlassen.

In einem benachbarten Coffeshop lernt sie Aram Finklestein (Justin Bartha, „Hangover“) kennen, der zwar studiert und von angesehenen Arbeitgebern begehrt ist, sich aber lieber ihren hinreißenden Kindern als Babysitter widmet. Nach anfänglichem Zögern lässt sich die jugendlich wirkende Sandy auf den klugen Jüngling ein. Den Weg dorthin beschreiten Freundlich und seine Charaktere mit Gelassenheit und Wortwitz. Die zwangsläufig aufbrechenden Konflikte bleiben zwar nicht aus, nehmen jedoch einen erfreulich geringen Teil der Handlung ein.

Dafür bestimmt erstaunlich freizügiger Humor das Bild. Der Sohn darf Sandy und Aram beim Sex erwischen und neben Suff und Kotzerei sind Dialoge um Sperma oder den künstlichen Darmausgang von Vater Finklestein (Musiker Art Garfunkel) mehr Regel als Ausnahme. Vom Fäkalhumor der Brüder Farrelly ist „Lieber verliebt“ ein gutes Stück entfernt. Von der Bodenhaftung materialistisch weniger gesegneter Milieus allerdings auch. Dafür wartet das mehrere Jahre im Zeitraffer abspulende Finale mit einem sympathisch kitschfreien Schlusspunkt auf. Es müssen ja nicht immer versöhnliche Kussorgien vor touristischen Wahrzeichen sein.

Wertung: (6 / 10)

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