Lethal Weapon – Zwei stahlharte Profis (USA 1987)

lethalweaponBuddy-Movies gibt es wie Sand am Meer. Sie sind so etwas wie die Telenovelas für Jungs: Zwei Menschen, im Normalfall Polizisten, werden gegen ihren Willen zu Partnern gemacht, können sich aufs Blut nicht ausstehen, finden am Ende dann aber doch immer zusammen. Die Richard Donner-Reihe „Lethal Weapon“ geht da einen anderen Weg: Die beiden Charaktere sind sich zu beginn zwar etwas suspekt, wachsen aber deutlich schneller zusammen, als es so üblich ist. Vielleicht macht auch das den Charme der Serie aus.

Roger Murtaugh (Danny Glover, „Predator 2“) hat Geburtstag. Doch seinen 50. Geburtstag hat er sich wohl anders vorgestellt. Er muss den Tod der Tochter eines alten Kriegskameraden (Tom Atkins, „Die Klapperschlange”) aufklären und bekommt auch noch einen neuen Partner: Martin Riggs (Mel Gibson, „Braveheart“), nach dem Tod seiner Frau akut selbstmordgefährdet, wird dem gesetzten Kriminaler zugeteilt. Zusammen machen sie Jagd auf die Mörder (u.a. Gary Busey, „Soldier”) und finden dabei mehr als nur den Killer eines Callgirls…

Schnelle Autos, automatische Knarren, Kokain – die 80er sind ausgebrochen in Richard Donners Action-Komödie. Unterlegt mit herrlich beschissenen Saxophonschnipseln wird die Geschichte der zwei knallharten Profis so fröhlich erzählt, dass trotz eines wahren Leichenbergs ein höchst unterhaltsamer Film entstanden ist. Dabei wurde offensichtlich nicht so sehr auf die Jugendverträglichkeit des Werks geachtet. Elektroschocks, Salz in Wunden und ein Mel Gibson mit Berserkerqualitäten machen das Opus mehr zu einem Kammerstück für Erwachsene. Trotzdem wirkt die Gewalt nie filmbestimmend. Wegdiskutieren kann man sie trotzdem nicht.

Mit Mel Gibson und Danny Glover hat Donner dann auch noch eines der Leinwandtraumpaare der späten 80er geschaffen. Der trockene Humor eines Danny Glover korrespondiert mit dem auf Wahnsinn getrimmten Gibson ganz so wie es sein soll. Dabei ist dieser erste Teil der Serie noch der mit Abstand ernsteste. Gibson, in einigen Szenen dem Suizid sehr nahe, ist nicht nur ein Sprücheklopfer, sondern eben auch eine verletzliche Figur, die erst durch Murtaughs Familie wieder den Anschluss an die Gesellschaft findet. Doch bei aller hintergründigen Schwere ist „Lethal Weapon“ in erster Linie eine Action-Komödie, in der es teilweise so übertrieben knallt, wie es nur in den 80ern möglich war. Pyromane (und Produzent) Joel Silver („Matrix”) zeigt einmal mehr, wie man Autos und Häuser am besten in die Luft jagt. Einfach nur schön.

Wertung: 8 out of 10 stars (8 / 10)

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