Leftovers – This Time Tomorrow (2015, Morning Wood Records)

leftovers-this-time-tomorrowMusik ist grenzenlos. Egal woher sie kommt, in den verschiedenen Genreschubfächern ist ihnen ein oft uniformes Erscheinungsbild gemein. Das gilt gleichermaßen für Punk, Rock, Hardcore, Ska oder Metal. Natürlich gibt es hier und dort charakteristische regionale Eigenarten, viele Bands lassen sich aber schlicht über den sprichwörtlichen Kamm scheren. Das mag zunächst negativ klingen, doch ist ein Mangel an neuen Ideen in keiner kreativen Sparte von der Hand zu weisen. Nur mindert das in der Regel nicht den Unterhaltungswert. Den Beweis treten auch LEFTOVERS aus Italien an, die Pop-Punk nach streng US-amerikanischer Prägung auffahren.

„This Time Tomorrow“, ihre dritte EP und zugleich erstes Output via Morning Wood Records, folgt über fünf Tracks den Spuren von namhaften Wegbereitern wie NEW FOUND GLORY oder MXPX. Mit dem Unterschied, dass die Südeuropäer im Stile von solchen wie LIKE PACIFIC ein gutes Stück rotziger zu Werke gehen und der standesgemäßen Überproduktion sympathisch vorbeugen. Das macht ihre Musik nicht weniger austauschbar, doch wird der relative Mangel an Ideen so immerhin temporeich kaschiert. Mit dem hymnischen Bic Runga-Cover „Sway“ haben LEFTOVERS denn auch einen amtlichen Hit am Start. Gut ins Ohr gehen auch der fix abgehandelte Opener „Trainwreck“ oder das finale „Ambigouos“. Die Banalität von „Party Fucker“ und „Hoodie Girl“ wird allerdings bereits durch die Titel vorweggenommen. Echte Ausreißer leistet sich das Trio insgesamt jedoch nicht, so dass die EP für Pop-Punk-Allesfresser durchaus eine (überschaubare) Reise wert ist.

Wertung: (6 / 10)

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