Larry Crowne (USA 2011)

larry-crowneManchmal findet sich das Glück dort, wo man es am wenigsten erwartet. Diese etwas dünnwandige Weisheit bildet die Essenz der braven Romanze „Larry Crowne“. Wäre es nicht um die Zugkraft der Stars, der leichtfüßig erzählte Schwank bliebe wohl weitgehend unbeachtet. Aber mit den Oscar-Preisträgern Tom Hanks („Forrest Gump“) und Julia Roberts („Erin Brockovich“) in den Hauptrollen verfügt der klassische Feelgood-Film über ausreichend Lockstoff für ein nach Eskapismus schmachtendes Publikum. Zumal Hanks nicht nur produzierte, sondern mit „My Big Fat Greek Wedding“-Autorin Nia Vardalos auch das Drehbuch schrieb und obendrein Regie führte.

Hanks spielt den titelgebenden Larry Crowne, einen bescheidenen Warenhausangestellten, der in seiner Arbeit voll aufgeht. Als er eines Tages zu seinen Vorgesetzten zitiert wird, glaubt er an eine weitere Ehrung zum Mitarbeiter des Monats. Doch statt der Wertschätzung seiner Verdienste ereilt Larry der Rausschmiss. Wegen des fehlenden Collegeabschlusses, wie man ihm als Begründung serviert. Dem anfänglich tiefen Fall begegnet er rasch mit Aktionismus. Um nicht in den Schulden zu versinken, die das für ihn allein viel zu große Haus seit der Trennung von seiner Frau aufgeworfen hat, beschließt Larry sein Leben von Grund auf zu ändern.

Anstelle des spritfressenden Autos ersteht er bei Nachbar Lamar (Cedric the Entertainer, „Be Cool“), der seit einem Lotteriegewinn Trödelkram im Vorgarten verkauft, einen Motorroller und schreibt sich zwecks Fortbildung an der Universität ein. In der quirligen Talia (Gugu Mbatha-Raw) findet er schnell eine Gefährtin und im Restaurant eines alten Freundes arbeitet der einstige Navy-Koch bald in der Küche. Endgültig zurück kehrt seine Lebensfreude allerdings erst durch den Rhetorik-Kurs bei der frustrierten Mercedes Tainot (Roberts), die weder im Job noch der Ehe mit Möchtegernschriftsteller Dean („Breaking Bad”-Star Bryan Cranston) ihr Glück findet.

Über alle Diskrepanzen hinweg kommen sich die Professorin und ihr ungewöhnlicher Student alsbald näher. Offenbar scheint das allein aber nicht zu genügen, so dass Hanks noch eine Fülle kaum relevanter Nebenfiguren einbaut, von denen einzig „Star Trek“-Urgestein George Takei als ulkiger Wirtschaftsdozent Matsutani Eindruck macht. Bei allem Sympathiewert (vor allem die spielfreudige Roberts macht Spaß wie lange nicht) mangelt es „Larry Crowne“ an Substanz, um die konventionelle Naivität dieses phasenweise arg bemüht humorigen Lustspiels vergessen zu machen. Genau da liegt aber das Problem. Denn wie schon Hanks’ Regie-Einstand „That Thing You Do!“ bleibt auch dieser Film relativ belanglos und ist ebenso schnell vergessen wie rezipiert.

Wertung: (5 / 10)

 

scroll to top