Largo Winch – Tödliches Erbe (F 2008)

largo-winch-toedliches-erbeDer bekannte Großunternehmer Nerio Winch ist tot! Ein Taucher zog ihn in Hong Kong von seiner Yacht und ertränkte ihn. Für die Behörden – und damit auch die Welt – sieht es nach einem tragischen Unfall aus. Doch was steckt wirklich hinter dem Verbrechen, das einen unweigerlichen Machtkampf um die Nachfolge des milliardenschweren Konzernchefs anheizt? Auf die Suche nach Antworten begibt sich Nerios Adoptivsohn Largo Winch, der, vor neugierigen Augen verborgen, seit seiner Kindheit auf die Bürde des Erben vorbereitet wurde. Und so sieht er sich schon bald mit mächtigen Gegnern konfrontiert.

Das zeigt bereits der Beginn, der Largo (Tomer Sisley, „Crime Insiders“), nach einer Intrige des Drogenhandels überführt, in ein südamerikanisches Gefängnis einwandern lässt. Dort allerdings bleibt der wehrhafte Abenteurer, der sich auf seinen Intellekt ebenso verlassen kann wie auf seine körperliche Gewandtheit, nicht lange. Der waghalsige Ausbruch glückt und unterstreicht, dass es der Verfilmung von Philippe Franqs Comic-Reihe (der eigentliche Urheber ist Autor Jean Van Hamme) nicht um eine realistische Darstellungsweise, sondern Nervenkitzel nach bester Popcorn-Manier geht.

Eine ausgeklügelte Geschichte hat jedoch noch nie geschadet, so dass die relative Cleverness, mit der die wirtschaftlichen Verstrickungen und Rückblicke auf die Vorgeschichte des jugoslawischen Waisenknaben verknüpft werden, durchaus als Mehrwert zu erachten ist. Die moderne Inszenierung Jérôme Salles („Anthony Zimmer“) gibt sich Mühe, neben schick fotografierter Action im James Bond-Stil auch die Figuren adäquat auszukleiden. Dass dieser Spagat glückt, verdankt der wendungsreiche Thriller zu einem guten Teil der überzeugend aufspielenden Besetzung.

Neben Miki Manojlovic („Irina Palm“) als Largos strengem Ziehvater Nerio, Steven Waddington („Sleepy Hollow“) als undurchsichtigem Sicherheitsmann Marcus und Karel Roden („Hellboy“) als dubiosem russischem Investor Korsky besticht Kristin Scott Thomas („So viele Jahre liebe ich dich“) als kalkulierende Vorstandschefin Ferguson. Ihre Mittäterschaft scheint vorprogrammiert. Bis zur endgültigen Klärung von Mordfall und Machtverhältnis werden an schick bebilderten Schauplätzen rund um den Globus aber Spannung erzeugt und Leichen angehäuft. Das funktioniert prima – und muss sich vor Hollywoods Hochglanzkino keineswegs verstecken.

Wertung: (7 / 10)

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