Lake Death – Tod aus der Tiefe (USA 2016)

lake-death-tod-aus-der-tiefeDer Horrorfilm wimmelt von Figuren, die alles dafür tun, ihr Ableben bestmöglich zu beschleunigen. In „Lake Death“, im Original weniger reißerisch „Freshwater“ betitelt, zeigt sich das bereits zu Beginn. In einem Seegebiet in Louisiana nimmt Kleinstadt-Geek Matt (John Bobek) eine Freundin mit aufs Wasser und lädt sie – gescheiterter Anmachversuch inklusive – an einem Bootssteg ab. Nachdem er sich davongemacht hat, bemerkt sie ein mysteriöses Blubbern im Wasser und hält eine Hand zwecks näherer Untersuchung ins kühle Nass. Was darauf folgt, ist keine Überraschung: Etwas zieht die junge Frau in die Tiefe und erbringt die erste Rechtfertigung für die deutsche Überschrift.

Allerdings sollten Freunde des Genres daraus besser nicht ableiten, dass in Brandeis Berrys drögem Motivmix auch nur ein Mindestmaß an freudvoller Zeitverschwendung zu holen wäre. Denn es passiert herzlich wenig am idyllischen Südstaatengewässer. Wildökologin Brenda Gray (auch als ausführende Produzentin gelistet: Zoë Bell, „Raze – Fight or Die“) ergeht sich zunächst in Diskussionen mit CSI-Agent Sam (Tom O’Connell, „The Baytown Outlaws“), der die Provinz in Richtung Großstadt verlässt und bald glaubt, einen Albino-Alligator im See erspäht zu haben. Der frisch in die Gegend gezogene Sheriff Jones (Joe Lando, „Dr. Quinn – Ärtztin aus Leidenschaft“) will eigentlich nur Ruhe und Frieden, muss aber bald zerfetzte Leichenteile aus dem See fischen.

Von Brendas Hilfe ist er zunächst wenig angetan. Allerdings stößt sie bei der Untersuchung von Opferresten neben Bissspuren auf ein Stück Metall. Bald beschleicht sie der grausige Verdacht, dass nicht allein ein Alligator für die sich mehrenden Bluttaten verantwortlich sein könnte. Das Problem an der Sache ist die zehrende Langeweile. Die üppigen Einstellungen vom idyllischen Naturverbund und der (regulären) ansässigen Alligatorenpopulation erscheinen visuell bemüht, ordnen sich letztlich aber widerstandslos in die schundige Kausalkette aus diskussionsunwürdigen Computertricks, schnarchigen Mimen und ungeschickt inszeniertem Darstellerverschleiß ein.

Um für weitere Opfer zu sorgen, lässt der schnöselige Beacher (Faisal Al-Saja) auf einer Insel im See eine Party steigen. Klar, dass sich die Gäste bald der Reihe nach verabschieden. Bei den festsitzenden Überlebenden liegen rasch die Nerven blank, woraus aber partout keine Spannung resultieren will. Denn „Lake Death“ ist phlegmatisch bis zur Schlummergrenze und in Teilen so lachhaft ernst gespielt, dass man sich in einer Parodie wähnen könnte. Witzig, und sei es nur unfreiwillig, ist das blutleere Ganze aber partout nicht. Vor allem nicht im unglaublich miesen Schlussdrittel, dass Tier-Terror mit Slasher mischt und eine Erklärung auftischt, die purer Idiotie entspricht. Schlimmer geht’s eben doch nicht immer.

Wertung: (2 / 10)

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