Krokodile (T/USA 1981)

krokodileTier- und Öko-Horror werden bevorzugt mit der kategorischen Zuordnung „Rache der Natur“ belegt. Beim Thailändischen Genre-Verschnitt „Krokodile“ ist gar von der „Rache der vergewaltigten Natur“ die Rede. Die frevelhafte Schändung von Mutter Erde durch den Menschen (als gottgleichen Herrn über die Atome) hat darin die Vendetta durch einen gewaltigen Killer-Kaiman zur Folge, der reißende Strudel entfesselt und gleich reihenweise Miniaturbauten platt macht.

Kann man sich von den miesen Tricks und gewagten Kunststückchen des gefräßigen Reptils noch qualitätsfrei bespaßen lassen, dringt der Film beim Abspulen der Alibiplotte vehement in den Bereich grässlicher Langeweile vor. Denn als Dr. Akom auf Urlaub Frau und Kind an die Bestie verliert, bläst er mit einem befreundeten Leidensgenossen zur Jagd. Bis das dynamische Rächer-Duo aber endlich die Harpunen spitzt und aufs Meer hinaustuckert, schwadroniert es in gefühltem Stillstand einen Großteil der Spielzeit (und die örtlichen Behörden) zu Mus.

Mit an Bord steigen schließlich auch ein rauer Seebär, der die Hosenträger bevorzugt an den Brustwarzen zu befestigen scheint, und ein Fotojournalist. Der taucht irgendwann per Wassertaxi auf, macht sich ungefragt an Deck breit und lässt die Gastgeber auch noch die Zeche für den Transport zahlen. Der Kaiman – von mehreren Krokodilen, wie der Titel glaubhaft machen will, kann keine Rede sein und auch die freche Anlehnung an den US-Klassiker „Der Horror-Alligator“ im Titel der deutschen DVD neigt zur Verstimmung – verändert derweil nach Wunsch die Größe und sorgt für Radau im Wasserbassin.

Geht es an die Zerlegung der Modellwelten, überragt die Kreatur leicht Dach und Baumkrone. Wenn im Detail jedoch Menschen verspeist werden, bietet der nachmodellierte Rachenraum gerade Platz für ein Opfer. Formal und dramaturgisch ist der monströse Murks so spannend wie abgelaufenes Büchsengulasch, da ist selbst in den vereinzelt übertriebenen Gewaltszenen kein zusätzlicher Spaßgehalt zu etablieren. Nachahmer des „Weißen Hais“ gibt es viele. Kaum einer ist jedoch derart bescheuert und unansehnlich wie dieser.

Wertung: (2 / 10)

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