King Kong lebt (USA 1986)

king-kong-lebt„Das kann auch euer King Kong nicht überleben.“

Es beginnt, wie es endet. Noch einmal rollt die finale Sequenz von Dino De Laurentiis passablem „King Kong“-Remake (1976) über den Bildschirm. Blut spritzt, der Affe stürzt. Die später Oscar-nominierte Jessica Lange schreit, der bärtige Jeff Bridges tut es ihr gleich. Schlecht ins Bild kopiert stürzt Kong vom World Trade Center und haucht auf dem Pflaster New Yorks sein Leben aus. Oder auch nicht, wie es in Hollywood beizeiten heißt. Denn die krude Fortsetzung „King Kong lebt“ führt sowohl das klassische Original als auch dessen Neuverfilmung ad absurdum.

Zwei Jahre vor der Produktion von „King Kong lebt“ hatte sich Linda Hamilton erfolgreich den Zugriffen des „Terminator“ (1984) erwehrt. In ähnlicher Operationsweise pflanzt sie dem haarigen Trampel hier mit Lastkran und Rohrzange ein künstliches Herztransplantat ein. Die erforderliche Bluttransfusion ermöglicht ihr Abenteurer Brian Kerwin („Goldjagd“), der auf seinen Reisen das weibliche Pendant des hochgewachsenen Gorillas aufspürt. Doch können Kong und Gespielin nicht in Frieden durch die Länder tollen, wenn es dem Militaristen John Ashton („Beverly Hills Cop“) nicht gefällt.

John Guillermins („Flammendes Inferno“) peinliches Affentheater ist von solch selbstverständlicher Einfalt, dass es zumindest streckenweise unterhält. Allerdings nicht auf die von den Machern intendierte Art. Die hanebüchene Geschichte suhlt sich in langatmigen Verstrickungen und gipfelt am lächerlichen Schlusspunkt in zotteligen Nachwuchs. Dem Schauspieler im Fellanzug (Hollywoods Primär-Primat Peter Elliott, „Congo“) fehlt im Grunde nur noch Godzilla an seiner Seite. Immerhin wären die schwachen Tricks dann Teil des Gesamtkonzeptes gewesen.

Die Spezialeffekte bringen fast ausschließlich Miniaturen zum Einsatz. Ein gewisser Trash-Charme obliegt natürlich auch diesem Krieg im Spielzeugland, doch ist der Film dummerweise ernst gemeint. Dies gestrenge Anliegen wird unter anderem dadurch untermauert, dass beim finalen Fellgerben des tobsüchtigen Affen reichlich Blut spritzt. Am Ende hat es Kong endgültig dahingerafft, während seine Herzensdame nebst Sprössling in der Abgeschiedenheit das Lebensglück findet. „King Kong lebt“ ist nicht nur ein verdammt schlechter Film, sondern auch ein Sakrileg. Eine direkte Fortsetzung für King Kong? Gewisse Dinge tut man einfach nicht.

Wertung: (3 / 10)

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