Killer Elite (USA/AUS 2011)

killer-elite-de-niroDer meist einleitend eingeblendete Hinweis, ein Filmwerk basiere auf realen Ereignissen, macht dieses nicht zwingend glaubhafter. Die Gebrüder Coen spielten mit „Fargo“ einst meisterlich mit dem Schein des Wirklichen und vorgeschobener Echtheit. Man hätte ihnen die schwarzhumorige Krimi-Morität auch nur zu gern als realinspiriert abgekauft. Wozu also dies schier zwanghafte Heischen um authentische Grundierung, fast so, als würde sie die Erzählung überhaupt erst legitimieren? Auch der ambitionierte Thriller „Killer Elite“ beruft sich auf wahre Begebenheiten. Trotz charismatischer Stars und zurückhaltender Action hilft es ihm Schlussendlich wenig.

Zurück geht der Film auf „The Feather Men“, den Buchbericht des ehemaligen SAS-Agenten Ranulph Fiennes, der sich als Autor besagten Werkes in der von Kinodebütant Gary McKendry inszenierten Geschichte in einer Nebenrolle selbst spielt. Der von ihm inspirierte Plot rankt sich um die Machenschaften und Verstrickungen jener britischen Elite-Truppe, autonom operierende Ex-Regierungsagenten und die Rachegelüste eines siechenden Scheichs. Viel Raum für Wahrheit dürfte kaum geblieben sein, schließlich gilt es die Stars Jason Statham („The Mechanic“), Clive Owen („The International“) und Robert De Niro („Ronin“) möglichst tief in die aufgeworfenen Ränkespiele zu verstricken.

In recht farblosen Bildern werden an tristen Vorstadt- oder Geröllwüstensets die Achtziger vorgegaukelt. Stathams Danny ist ein Mörder im Staatsdienst, der dem Töten erst abschwört, dann aber doch einen Rückzieher macht, als sein Mentor Hunter (De Niro) von einem Scheich im Oman als Geisel gehalten wird. Um die Freilassung des Freundes zu erwirken, muss Danny im Namen des todkranken Patriarchen jene SAS-Agenten töten, die einst dessen Söhne ermordeten. Aussehen sollen die Anschläge wie Unfälle – und Videogeständnisse der Opfer ihre Schuld für die Hinterbliebenen beweisen.

Mit ausgewählten Helfern – in seiner bislang besten Rolle stiehlt Dominic Purcell („Prison Break”) den Stars als bärtiger Egomane Davies glatt die Schau – macht sich Danny ans Werk. De Niros Randfigur Hunter verkommt da eher zum Stichwortgeber. Einen ernstzunehmenden Widersacher findet das Killerkommando im ausgemusterten SAS-Kämpfer Spike Logan (Owen), der für die Vereinigung der Feather Men, alternden Geheimagenten mit Sinn für wirtschaftliche Kuppelgeschäfte, den Ausputzer gibt. Doch selbst als er zurückgepfiffen wird, bleibt er den Attentätern auf der Spur.

Mit wackliger Kamera und ausgeblichener Optik gaukelt McKendry dem Zuschauer das schmutzige Geschäft mit dem Tod vor. Der politische Hintergrund ist aber lediglich Makulatur, weil im Zentrum der vordergründigen Abhandlung doch wieder nur der letzte Job des arbeitsmüden Killers steht. Mehr Interesse als an den Figuren zeigt der Film denn auch an der sorgsamen Vorbereitung der Attentate. Für hergebrachte Spannungsmomente ist damit gesorgt, den Muff des B-Films kann „Killer Elite“ mit zunehmender Dauer aber kaum entkräften. Konstruiert wirkt dabei nicht allein Dannys überflüssige Liebesbeziehung, so dass dem gewohnt markanten Statham ebenso wenig Abwechslung zum gängigen Action-Einerlei geboten wird, wie dem Publikum.

Wertung: 6 out of 10 stars (6 / 10)

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