Kanzler&Söhne – Mehr (2015, Groove Attack)

kanzler-und-soehne-mehrHut ab vor einem Bandnamen wie KANZLER&SÖHNE! Der ewige Helmut Kohl und seine beiden Abkömmlinge haben sich in den vergangenen Jahren massenmedial manch unterhaltsamen Schlagabtausch geliefert. Kämpferisch gibt sich auch das maskierte Crossover-Gespann aus Berlin. Der eigenen Sage nach begegneten sich die Musiker während eines Kampfsport-Events. Ein Titel wie „Fight Night“ ist da schnell erklärt. Es geht um das sportliche Kräftemessen und den körperlichen Grenzgang. Und natürlich darum, dass Aufgeben keine Option ist. Dazu wummert eine dick produzierte und stark an die Neunziger angelehnte Mischung aus Alternativ-Rock und (Nu-)Metal.

Über der rangiert markiger Sprechgesang, mit dem sich Frontmann Vadder entweder selbst feiert oder andere disst. Das wirkt nicht nur reichlich abgeschmackt, sondern steht dem in „Fight Night“ propagierten Kern auch ein Stück weit entgegen. „Mehr“, die Vier-Track-Debüt-EP des Vierers gibt sich betont niveaubefreit. Jedoch nicht im Stile von BODY COUNT, die bei aller Attitüdenpflege zumindest stets ironische Übertreibung zuließen. Die Songs bleiben stumpf und ohne Ideen, die über „99 Prozent der Menschen hier sind für mich behindert“-Rundumschläge hinausgreifen würden. Dabei schrammen Textzeilen wie „Ich hau deine Meinung mit dem Hammer kaputt“ verdammt nah an der Parodie vorbei. Das Beste ist hier eindeutig der Bandname. „Mehr“ ist manchmal eben doch einfach weniger.

Wertung: (3 / 10)

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