Kaizers Orchestra – Maestro (2005, Kaizerecords/Universal)

kaizersorchestramaestroDie Ölfasspolka hat sich verändert. Sie ist zwar immer noch auf norwegisch und immer noch spannend anders, aber sie ist hörbarer geworden. Das, was auf der letzten Platte der Kombo eher auf die Bühne gehörte als in die Hi-Fi Anlage, kann dort jetzt getrost Platz finden – was aber nicht heißen soll, dass man sie sich nicht noch mal live ansehen sollte, denn auch das scheint sich weiterhin mehr als zu lohnen.

Ihr Debütalbum „Ompa til du dor” verkauft sich in kürzester Zeit über 90.000 Mal und ist somit die erfolgreichste Rockplatte in norwegischer Sprache. Das, was in Deutschland auf einer kleinen Bühne bei Rock am Ring anfing, sich weiter zog zum Rheinkultur, weiter in die heimischen Hallen, schwappte dann auch nach Amiland und zu den Briten rüber. Der Hype um diese Ausnahmeband hörte aber nicht auf. Mit „Maestro” ist es ihnen gelungen, ein wenig mehr tanzbarer zu werden, dem Retrotick zu huldigen und die Gemüter aufs Neue einzuheizen. Die Platte hat eine Bandbreite von 4/4-Takt bis hin zu sehr langsamen Stücken, die stimmlich als auch melodisch wunderschön sind, „Auksjon” ist eines dieser Lieder. Beim Vorgänger hätte man kaum für möglich gehalten, von diesem Sextett jemals solch seichte und nachdenkliche Klänge vernehmen zu können.

Trotz der vermehrten langsameren Rhythmen und seichteren Töne sowie weniger abgedrehten Ölfässer oder Waschbrett -Bearbeitungen sind KAIZERS ORCHESTRA nicht milder. Im Gegenteil, sie finden wohl einen guten Weg, um sich weiter und weiter durch die Hallen der Nationen zu spielen und weiter Preise einzuheimsen. Diese CD ist wirklich zu empfehlen.

Wertung: (8 / 10)

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