June – Make it Blur (2007, Victory Records)

june-make-it-blurMusik für das gute Bauchgefühl spielten JUNE schon immer. Ihr Debütalbum „If You Speak Any Faster“ gefiel als Soundtrack der besinnlichen Stunden des Lebens, ging in der unüberschaubaren Masse etwaiger Vertreter des gesäuselten Herzschmerzes aber sang- und klanglos unter. Der Nachfolger „Make it Blur“ macht zwar manches besser, grundlegend verändern können wird er den Austauschstatus der Chicagoer dennoch nicht. So federleicht die 12 Songs auch ins Ohr getragen werden, den Nachhall des Altbekannten können sie zu keiner Zeit abstreifen.

Besser als der Vorgänger ist dies grundsolide Zweitwerk allemal. Der verspielt poppige Indie-Rock mit langgezogenen mehrstimmigen Gesangsparts fährt zuckersüße Melodien und schicke Arrangements auf und versteht obendrein mit treffsicheren Refrains das Herz zu erwärmen. Auch das gut platzierte Keyboard trägt zur lässigen Kurzweil bei. Überhaupt haben JUNE ihr Hitpotenzial erhöht. Daraus resultiert eine in sich geschlossene, eine schöne Platte, die bei aller Gefälligkeit aber leider auch schön einfallslos daherkommt. Da ist nichts, was nicht bereits solche wie FALL OUT BOY in gleicher Weise vorgelegt hätten. Das trübt nicht den Unterhaltungswert von „Make it Blur“, wohl aber die Schöpfungskraft seiner Urheber. Denn die haben ihrem Schaffen noch immer keinerlei Eigenständigkeit abgerungen.

Wertung: (6 / 10)

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