Joey Cape / Tony Sly – Acoustic (2004, Fat Wreck)

joey-cape-tony-sly-acousticDass auch Punkrocker ein weiches Herz haben, beweisen sie hin und wieder bei ruhigeren Stücken. Doch ab und an wird auch gerne einmal die Akustik-Gitarre gezupft und eine romantische Lagerfeueratmosphäre erzeugt, bei der auch gestandene Gegner der ursprünglichen Form des entsprechenden Liedgutes dahin schmelzen. Zwei und seit langer Zeit wegweisende Größen im Punkrock-Business haben nun einmal all den männlichen Ballast abgeworfen und einige Kapitel ihrer entsprechenden Bandgeschichte in ruhigere Formen gepresst. Dabei handelt es sich zum einen um Joey Cape, seines Zeichens Sänger der Punkrock-Urgesteine LAGWAGON, zum anderen um NO USE FOR A NAME-Frontmann Tony Sly, der mit seiner Band auch schon auf eine in Jahren zweistellige Bandhistorie schauen kann.

Beide gehören zu den größten Vertretern von Fat Wreck und auf „Acoustic“ nehmen sich beide nun jeweils fünf Tracks ihrer Bands sowie einen extra für diese Split neu komponierten Song vor und spielen diese mit Akustik-Gitarre, Streichern und Klavier ein. Mr. Tony Sly beginnt den Reigen mit „International You Day“ und „Not Your Saviour“ und hat dabei ein sicheres Händchen bewiesen. Zwei ohnehin schon gute Songs kommen auch in ihrer neuen Form mehr als schön rüber. Dazu passt aber auch die ohne Frage manchmal sehr ins Melancholische abdriftende Stimme. Auch „Exit“ ist mehr als anmutig und auch mit dem unbekannten weil neuen „Stunt Double“ kann der NO USE-Sänger für Glanz und Gloria sorgen. Zum Abschluss gibt es noch die beiden Hits „Justified Black Eye“ sowie „On the Outside“, die ebenfalls gelungen sind und eine mehr als gute Runde abschließen.

Wie zu erwarten war, geht es bei Joey Cape noch ein wenig melancholischer zu, teilweise sogar wirken die Songs arg schwermütig. Doch auch zu seiner Stimme passen Hits wie „Violins“, „Move the Car“ oder „Twenty-Seven“. Auch Cape beweist eine mehr als gute Wahl mit seinen fünf bereits bekannten Stücken, bei denen er noch ein wenig weiter geht und Instrumente einsetzt, die man bei Tony Sly nicht zu hören bekam. Das schöne „Violet“ schließt dann den Kreis und auch wenn man vielleicht nicht unbedingt auf diese doch sehr ruhige Art von Musik steht, es passt einfach! Man hat es hier durchgehend mit 12 schönen, melancholischen Balladen zu tun und eine Fortsetzung, dann vielleicht mit zwei anderen Vertretern, darf von mir aus gerne kommen.

Wertung: (8 / 10)

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