Joey Cape – Stitch Puppy (2015, Fat Wreck)

joeycapestitchEin halbes Jahrhundert hat Joey Cape mittlerweile auf dem Buckel. Von Müdigkeit kann bei ihm aber – trotz seines langen Weges – (noch) keine Rede sein. LAGWAGON gibt es noch immer, sein halbes Leben schon. Doch es scheint, als wären die ruhigen Momente abseits der Fat Wreck-Institution mehr zu seinem musikalischen Zuhause geworden. „Stitch Puppy“ ist sein bereits drittes Soloalbum und sicherlich sein bislang bestes.

Nachdenklich ist Joey Cape schon immer gewesen. Auf seinen Solo-Pfaden kommt noch die entsprechende Instrumentalisierung hinzu, was im LAGWAGON-Rausch manchmal etwas untergeht. Sein Hang zur Melancholie mag auch an den Lebensumständen zwischen permanentem Reisen und Familienidylle liegen.

„Stitch Puppy“ ist ein im Grunde typisches Joey Cape-Album. Auf der einen Seite gibt es diese für ihn typischen ruhigen, häufig melancholischen oder ins traurige driftende Instrumentalisierungen („Me the Witness“, „St. Mary’s“). Mit seiner Akustik-Gitarre gibt er die Richtung vor, wird hier und da von einigen Kumpels (u.a. Chris Cresswell, Brian Wahlstrom) unterstützt. Ein Piano ist zu hören, Percussions ebenso. Man kennt das ganze Drumherum. „Stitch Puppy“ hat aber auch positiv klingende Momente. „This Life is Strange“ ist einfach ein wunderschön arrangierter Song, der an den richtigen Stellen Fahrt aufnimmt. Auch beim tollen Duett „Spill My Guts“ lohnt es nicht den Kopf in den Sand zu stecken. Aber das hat er – trotz aller Rück- und Tiefschläge – ohnehin noch nie gemacht.

Wertung: (7 / 10)

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