Jesus Piece / Malice At the Palace – Split (2017, Bridge Nine Records)

Bulldozer trifft Bulldozer: Die Split-EP von JESUS PIECE und MALICE AT THE PALACE ist ein Paradebeispiel für die Bandbreite des Hardcores. Dass die Scheibe über Bridge 9 erscheint, sollte daher kaum verwundern.

Die ersten beiden Tracks, namentlich „Hivemind“ und „Deny Reality“, gehören JESUS PIECE. Geboten wird metallischer Hardcore mit heftigem Riffgewitter, der streckenweise in zurückgenommene, von Disharmonien umspielte Passagen mit Sludge-Anstrich mündet. Das Gespann aus Philadelphia, das sich durch zwei (Demo-)EPs einige Vorschusslorbeeren verdiente, beweist vom Fleck weg gesteigerte Eigenständigkeit und macht durch die stimmigen Tempo- und Stimmungswechsel massiv Lust auf mehr.

MALICE AT THE PALACE aus Pensacola gehen es fortan eine Spur strukturierter an. Ihre Beiträge, „My Target“ und „S.Y.C.“ betitelt, verlegen sich auf altschulisch angehauchten Metal-Hardcore mit wohligem 90’s-Feeling. EARTH CRISIS lassen grüßen, wenn stattlicher Groove und schmetternde Breakdowns Moshpit-Eroberern Freudentränen in die Augen treibt. Zur Klasse tragen auch die wahlweise geschrienen oder abgründig tief geknurrten Vocals bei. Die Nase vorn haben bei dieser Gegenüberstellung zwar JESUS PIECE, deutlich hinterher stehen MALICE AT THE PALACE aber keineswegs.

Das i-Tüpfelchen bildet der Sound, der sich roh und dreckig gibt, der Atmosphäre des starken Song-Quartetts damit aber entschieden zuträgt. Wer die beiden Bands bislang nicht auf dem Schirm hatte, kann – und sollte – das mit dieser Split unbedingt nachholen!

Wertung: (8 / 10)

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