Jeepers Creepers 2 (USA 2003)

jeepers-creepers-2Ein ungeschriebenes Gesetz der amerikanischen Filmindustrie besagt, dass jedem noch so einfältigen Machwerk nach verrichteter Arbeit an den Kinokassen eine Fortsetzung zu folgen hat. Ziel des Ganzen ist es, im Namen des Kommerzes auch noch das letzte bisschen Reiz aus einem jeden Stoff herauszupressen. Im Horrorfilm liegt die Messlatte der Ausreizung sogar noch höher, werden der nimmersatten Fangemeinde doch in steter Folge neuerliche Eskapaden vor die aufgerissenen Äuglein gerotzt. Diesem Trend artig Folge leistend erklärte sich auch Regisseur und Skriptschreiber Victor Salva im vergangenen Jahr eher wiederstrebend dazu bereit, seinem Low-Budget-Erfolg „Jeepers Creepers” ein Sequel folgen zu lassen. Für jenes durfte der Filmemacher denn auch ein Budget von stattlichen 25 Millionen Dollar in den Wind schießen, was sein hochgradig überflüssiger Aufguss allerdings vortrefflich zu kaschieren weiß.

Jeden 23. Frühling erwacht für 23 Tage der diabolische Creeper (erneut Jonathan Breck, „Spiders”) aus seinem verdienten Schlaf und sättigt sich an der reichhaltig bestückten Tafel des menschlichen Aufkommens in den verträumten Landstrichen des amerikanischen Hinterlandes. Der 22. Tag neigt sich dem Ende zu, als der junge Sohn des Farmers Taggart (Ray Wise, „Highway Heat”) vor dessen Augen unter angsterfülltem Schreien von einem geflügelten Schemen in den Himmel emporgehoben wird und verschwindet. Unterdessen befindet sich eine Gruppe jugendlicher Basketballspieler nebst Cheerleadern und Trainern nur unweit dieses Schauplatzes auf der Rückreise von einem Meisterschaftsmatch. Ein mysteriöser Wurfstern macht die Weiterfahrt des klapprigen Gefährtes unmöglich und lässt die sportsmännische Gemeinschaft im Niemandsland stranden. Nachdem die Erwachsenen einer nach dem anderen den hinterhältigen Attacken des Creepers zum Opfer gefallen sind, bricht die Nacht herein und offeriert dem diabolischen Schlächter ein Mahl der besonderen Art.  Ein Glück für die im Bus festsitzenden Kids, dass Bauer Taggart längst auf Rache sinnt und mit Hund, dem verbliebenen Sprössling und selbstgebauter Harpune zur fidelen Jagd auf den fliegenden Unhold bläst.

Streng nach Vorschrift wird in „Jeepers Creepers 2″ gekreischt, geschrien und gestorben. Spannung oder Atmosphäre geraten dabei jedoch ebenso ins Hintertreffen, wie kurzweilige Unterhaltung oder inszenatorische Ambitionen. Vielmehr spult Regisseur Victor Salva seine desolate Schauermär vom menschenfressenden Creeper so abseitig wie irgend möglich von der Geschichte des Vorgängers in blutarmer Belanglosigkeit herunter. Die Figur des geflügelten Nachtalps erscheint in seiner eindimensionalen Befangenheit in vorgegebenen Strukturen derart hölzern und beraubt den Film durch die zeitliche Begrenzung und die durchschaubare Auswahl seiner Opfer obendrein des letzten Quäntchens Spannung. Denn der Creeper weiß im Gegensatz zu Massenmeuchlern wie Jason Voorhees, Freddy Kruger oder Michael Myers nicht das Überraschungsmoment und die beliebte mörderische Kaltschnäuzigkeit auf seiner Seite und wäre nicht zuletzt aufgrund seines äußeren Erscheinungsbildes besser im siechenden Kellergewölbe von „Stephen Kings Nachtschicht” aufgehoben.

So erweist sich der farblose Aufguss eines zumindest unterhaltsamen Vorgängers als schlicht zu beliebig und formelhaft, lässt Selbstironie oder schwarzen Humor schmerzlich vermissen und konfrontiert den Betrachter gegen Ende gar mit knietiefen Schlaglöchern in der ohnehin einfältigen Geschichte. Spätestens, wenn Landwirt Taggart seinen vom Creeper sichtbar zertrümmerten Pick-Up zum Showdown besteigt, als wäre dieser lediglich querfeldein ins Kiesbett getuckert, legt sich zusehends schummriger Unglaube über das betrachtende Gemüt. Somit ist „Jeepers Creepers 2″ einzig der verzichtbare Beutezug eines unoriginellen Leinwandmonsters, ein unblutiger, uninspirierter und unsäglicher B-Movie-Grusler ohne greifbaren Unterhaltungswert. Unter diesen Voraussetzungen hätte sich der Creeper lieber ´ne Pizza kommen lassen sollen!

Wertung: 3 out of 10 stars (3 / 10)

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