Japanische Kampfhörspiele – Welt ohne Werbung (2014, Unundeux)

ja-ka-welt-ohne-werbungHurra, JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE (oder in Abkürzung JAKA) sind zurück und polarisieren wie eh und je! Diesmal jedoch nicht aufgrund ungewohnt poppiger Anflüge, sondern der Länge ihres sechsten (regulären) Albums „Welt ohne Werbung“ wegen. Denn das verschlingt mehr als eine Stunde Spielzeit, was bei 20 Songs (inklusive elektronischem Hidden Track) für manche Combos schiere Zurückhaltung bedeuten würde, für die Krefelder Grindcore-Individualisten aber Ausdruck gestandener Experimentierfreude ist.

Aber wie schreit die Band doch in „Weiter im Programm“ selbst: „Der Mensch gewöhnt sich an alles“. Nicht allein an Ausbeutung, Tellerleichen und einander, sondern auch an die gedehnte Seite poetischer Krachsalven. Textlich schöpfen die Jungs wieder aus dem Vollen und präsentieren abgründige Geschichten („Chef de Cuisine“), quasi-lyrische Gedankenfetzen („Gedopte Sklaven“, „Philosophie“) und Abgesänge auf die moderne Gesellschaft („Ramones“, „So viele Menschen“). So beweisen JAKA drei Jahre nach der Auflösung, dass mit ihnen immer (noch) zu rechnen ist.

Dass sie dabei viel Zeit aufwenden, ihren wieder brachialeren Stilmix breiter und weniger gehetzt aufzustellen, mag nicht jedem Befürworter schmecken. Aber die Konsequenz, mit der metallene Melodien, punkiges Vorpreschen und klangliche Extreme (in voller Blüte u.a. bei „Der neue Hitler“ zu erleben) zusammengeführt werden, beeindruckt doch ungemein. Vielleicht nicht über die volle Distanz, aber wer will sich daran schon ernsthaft reiben? Schön, dass sie zurück sind!

Wertung: (7,5 / 10)

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