Jäger der Apokalypse (I 1980)

jaegerapokalypse„Sie hassen den Vietcong.“ – Jane
„Ich habe keine Zeit sie zu hassen. Ich töte sie.“ – Morris

Krieg ist die Hölle. Das wissen wir aus den Nachrichten, von der Großvatergeneration und durch Guido Knopp. Auch das Kino müht sich um Aufarbeitung, was zu schockierenden Statements gegen oder überflüssige Bilder über kriegerische Konflikte führt. Für letzteres waren neben John Wayne vor allem die Italiener zuständig, die sich bis in die späten achtziger Jahre hinein gern dem amerikanischen Vietnamtrauma widmeten. Distanz brauchte es dazu ebenso wenig wie Budgets. Es waren plakative Actionfilme, die da im Süden Europas das Licht der Leinwände erblickten. Billige, brutale Gewaltorgien.

Damit ließ sich leicht ein Publikum finden. Pate standen „Apokalypse Now“ und „Die durch die Hölle gehen“. Sinn und Verstand wurden bereinigt, dafür Klischees hofiert und lose Gefechte zu einer Handlung verklebt. Einen der ersten Beiträge besorgte Antonio Margheriti („Asphalt Kannibalen“), der sich in jedem Genre heimisch fühlte, solange Exploitation erwünscht war. Oft mit nicht zu unterschätzendem Unterhaltungswert, was in begrenztem Maße auch auf jenen „Jäger der Apokalypse“ zutrifft. Den gab es 1980 auch in deutschen Lichtspielhäusern zu bestaunen. Gottlob haben sich die Zeiten geändert.

Margheritis Vorgriff hat gegenüber späteren Beiträgen wie Ignacio Dolces „Bye Bye Vietnam“ zumindest die Produktionsmittel auf seiner Seite, was neben dem obligatorischen Füllhorn explodierender (Modell-)Bauten auch manch explizites Make Up mit sich bringt. Das Kunstblut wird nicht einfach nur aufgetragen, es wird großzügig verspritzt. Die Handlung ist selbstredend zu vernachlässigen, wenn der desillusionierte Captain Morris (David Warbeck, „Ratman“) einen Propagandasender des Feindes ausschalten soll. Klar, dass die Mission zum Himmelfahrtskommando gerät.

Neben dem schwarzen Gefreiten Washington (Tony King, „Shaft“) ist auch Fotografin Jane (Tisa Farrow, „Man-Eater“) mit von der Partie. Nachdem man sich zum Camp von Major Cash (John Steiner, „Caligula“) durchgeschlagen hat, rollt eine vernichtende Angriffswelle des Gegners heran. Ihr folgt die Gefangenschaft und damit verbunden Folter. Die Barbarei aber wird früh als Normalität abgetan. „Der Krieg ist eben so.“ Dazu zählen auch bombige Babyattrappen, versuchte Massenvergewaltigung und Obstsammeln unter Feindbeschuss. Bei launigem Synthie-Pop verkommt Perversion zum Abenteuer.

Gedroschene Phrasen und heuer aufgetürmte Leichenberge besorgen den Rest. Die Kamera ist immer nah am Geschehen, wenn Eingeweide aus Körpern quellen oder selbige mit Kugeln, Klingen oder Flammenwerfern bearbeitet werden. Der Streifen gibt sich desillusioniert und pessimistisch, ist aber, da braucht sich wahrlich niemand etwas vorzumachen, absolut hirnverbrannt. Aufgrund der verhältnismäßig gelungenen Umsetzung spricht er zumindest Fans stumpfsinniger Actionspektakel an. Manchem mag das bereits genügen. Denkbar wenig ist es dennoch.

Wertung: (3 / 10)

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