Iron Man 3 (USA 2013)

ironman3Wer hätte gedacht, dass der früher stets skandalumwitterte Robert Downey Jr. im neuen Jahrtausend zu einem der größten Hollywood-Stars seiner Generation reifen würde? Neben Guy Ritchies im Blockbuster-Stil aufbereiteten „Sherlock Holmes“-Filmen ist dieser Erfolg vor allem auf den Mut Marvels zurückzuführen, ihn als Hauptdarsteller in den Kinoadaptionen der „Iron Man“-Comics zu verpflichten. Zurück zahlt er dies Vertrauen auch im dritten Teil der Reihe mit einer sehenswerten Performance, die Humor und ernste Charakterzüge überzeugend zu verknüpfen weiß. Dass der Plot bisweilen konfus wirkt und im Mittelteil zudem auf der Stelle tritt, wird durch pralle Action und spektakuläre Effekte kompensiert.

Jon Favreau, der die ersten beiden Auftritte Iron Mans inszenierte, musste das Feld für Shane Black räumen und beschränkt sein Zutun auf die bewährte Rolle von Tony Starks getreuem Chauffeur Happy Hogan. Black, während der Neunzehnneunziger bestbezahlter Skriptschreiber Tinseltowns, bereicherte das Action-Genre um Klassiker wie „Lethal Weapon“ oder „Last Boy Scout“. Nach langer Durststrecke meldete er sich 2005 als Regisseur zurück. Hauptdarsteller seiner bedauerlicherweise wenig beachteten Thriller-Farce „Kiss Kiss, Bang Bang“: Robert Downey Jr. Seine erste Großproduktion verantwortet Black mit sichtlicher Routine. Aber Iron Man erweist sich auch in dritter Instanz als relativer Selbstläufer.

Der zwar geläuterte, jedoch noch immer reichlich exzentrische Ex-Waffenfabrikant Stark (Downey Jr.), der durch die Entwicklung einer High-Tech-Rüstung zum Superhelden avancierte, bekommt es diesmal mit einem internationalen Terroristen zu tun. Der nennt sich Mandarin (Ben Kingsley, „Sexy Beast“) und schockiert die Welt mit verheerenden Attentaten. Als er auch auf amerikanischem Boden tätig wird, sagt ihm Stark medienwirksam den Kampf an. Die Antwort des Schurken folgt postwendend per Raketenbeschuss, was Starks Anwesen an der Küste Kaliforniens zerstört, ihn totgeglaubt und Lebensgefährtin Pepper (Gwyneth Paltrow, „Shakespeare in Love“) trauernd zurücklässt. <br><br>

So muss der Held in zerbeulter Rüstung seine Wunden lecken und den beschädigten Anzug mit Kinderhilfe reparieren. Nebenbei kommt er einem militärischen Experiment auf die Schliche, das die Probanden in lebende Zeitbomben verwandelt. Dessen Drahtzieher ist der von Stark einst zurückgewiesene Aldrich Killian (Guy Pearce, „Lockout“), der wie es scheint mit dem Mandarin unter einer Decke steckt. Die Lösung ist vorhersehbar, doch überrascht Black mit der ironischen Entlarvung gängiger Gut-Böse-Klischees, indem er Ben Kingsley eine irrwitzige Kehrtwendung gestattet, die der in seinen Rollen oft unterforderte Oscar-Preisträger freudvoll annimmt.

Der Rest bietet entweder Aufhänger für explosiven Budenzauber oder belässt Charmebolzen Robert Downey Jr. Raum, seine Figur menschlicher und verletzlicher zu zeigen. Kumpel Rhodes (Don Cheadle, „Flight“), durch einen von Starks Anzügen zum heroischen Aushängeschild des US-Militärs geworden, bleibt wie Pepper und die in zweckfreier Nebenrolle eingebundene Rebecca Hall („The Town”) nur flüchtiges Beiwerk und dass es am Ende plötzlich doch einen Weg gibt, Starks in die Brust eingepflanzten Elektromagneten, der inoperable Granatsplitter vom tödlichen Vorstoß ins Herz abhält, zu entfernen, unterstreicht eher den flüchtigen Charakter dieser inhaltlich zwar etwas dünnen, insgesamt aber sehr unterhaltsamen Fortsetzung. Wer bis nach dem Abspann sitzen bleibt, bekommt zusätzlich noch einen spaßigen Auftritt von Mark Ruffalo geboten, der den Part des Superhelden-Kollegen Hulk bereits in „The Avengers“ spielte.

Wertung: (7 / 10)

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