Invasion – Angriff der Körperfresser (USA 2005)

invasion-koerperfresser-pyunIst es falsch, bei der Ankündigung eines neuen Filmes von Albert Pyun Vorfreude zu empfinden? Rationale Gründe gibt es dafür eigentlich nicht. Immerhin hat der emsige Trash-Regisseur einen fast legendär miesen Ruf. Und doch bemühte er sich stets um formal innovative B-Filme, was jedoch nur in den seltensten Fällen tatsächlich brauchbares hervorbrachte. Den absoluten Tiefpunkt erreichte er mit der Ghetto-Gangster-Trilogie um Ice-T und Snoop Dogg (u.a. „Corrupt“). Danach konnte es nur noch besser werden.

Und tatsächlich trat eine erfreuliche Aufhellung ein. Nachdem in Deutschland über Jahre kein neuer Pyun veröffentlicht wurde, kam plötzlich „Vergeltung der Verdammten“, eine nicht zwingend überzeugende und doch angenehm kreative Mixtur aus Horror und Western. Noch bunter treibt es der gebürtige Hawaiianer bei „Invasion – Angriff der Körperfresser“, mit dem er 2005 Vorarbeit für Oliver Hirschbiegels „Body Snatcher“-Remake leistete. Wenn auch in experimentierfreudig dokumentarischer Manier.

Ohne einen einzigen Schnitt präsentiert der nimmermüde Filmemacher die Aufnahmen einer statischen Überwachungskamera, die, einem Streifenwagen der Provinzpolizei angeflanscht, die Landung außerirdischer Aggressoren in einem von Meteoritenschauern heimgesuchten Naturschutzgebiet zeigt. Der Löwenanteil der Spielzeit vollzieht sich als wortwörtliches Road Movie, bei dem das Auto, gelenkt von verschiedenen Protagonisten, die immer gleichen Wegstrecken abfährt. Untermalt werden diese durchaus stimmungsvollen nächtlichen Spritztouren von Selbstgesprächen und Dialogen mit der Zentrale.

Die trägt als verrauschte Bild im Bild-Option auch zur visuellen Abwechslung bei. Erkennbar bleibt dabei die dem Konzept geschuldete Trennung von Bild- und Tonaufnahmen, die Mimen wie Nobert Weisser („Ticker“) oder „Critters“-Jäger Don Opper entweder nur stimmlich oder körperlich ins Spiel bringt. Während extraterrestrische Parasiten also immer mehr Menschen in ungelenk wankende Parodien ihrer selbst verwandeln, darf die Frage nach dem Warum erlaubt sein. Denn gewöhnungsbedürftig und insgesamt auch wenig unterhaltsam ist Pyuns knapp 70-minütige No Budget-Alien-Attacke garantiert. Dafür aber auch angenehm eigen und unkonventionell. Ein gewagtes und phasenweise auch gelungenes Experiment.

Wertung: (5 / 10)

 

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