Inner Rage (USA 2006)

inner-rageMax (Kevin T. Collins, „Last Rites of the Dead“) ist ein Psychopath ohne jeden Skrupel. Seine Antwort auf die Probleme des Lebens ist stets Gewalt. Ohne zu zögern tötet er drei Menschen während eines Raubüberfalls. Seine Kumpane (u.a. Thomas Daniel, „Maria voll der Gnade“) sind entsetzt. Einer von ihnen bleibt auf der Strecke. Die Verbrecher suchen Zuflucht in einem ländlich gelegenen Bordell. Doch der schleichende Wahnsinn macht Max zur tickenden Zeitbombe. Als sich seine Komplizen zum Handeln entschließen, hat das Morden längst begonnen.

„Inner Rage“, das Langfilmdebüt von Gaspar Hernandez III, ist ein brutales Kammerspiel. Die Fronten sind schnell geklärt, die sich überbietende Eskalation nur eine Frage der Zeit. In Sachen Gewalt hält sich Hernandez, der auch das Drehbuch schrieb, produzierte und den Schnitt übernahm, kaum zurück. Allein die fast einminütige Strangulierungssequenz wirkt in ihrer selbstzweckhaften Ausschlachtung arg grenzwertig. Dabei erinnert der Streifen in seiner recht billigen Machart und der daraus hervorstechenden Gewaltexzesse an die Exploitationfilme der Siebziger, solche wie „Scream for Vengeance“. Genau dort liegt das Problem, denn eigentlich will der Regisseur neben dem harten Thriller auch das große Drama.

Die psychologische Komponente funktioniert nicht, weil die Schauspieler gerade in den Nebenrollen zu schwach agieren und das Skript die wesentlichen Konflikte bereits zu Beginn vorzeichnet. Überhaupt ist der Film mit knapp zwei Stunden Spielzeit deutlich zu lang geraten. Die Dramaturgie dreht sich im Kreis. Max tötet in reger Folge all jene, die ihm gefährlich werden könnten, verdächtigt seine Komplizen der Intrigenschaft und beteuert stets, dass er ja nichts für seine gewaltsamen Taten könne. Schließlich wollten seine Opfer die Polizei benachrichtigen, die Beute an sich reißen oder einfach ihr Leben retten.

Der zynische Steve Buscemi-Verschnitt Kevin T. Collins agiert mit beängstigenden Stärken, wirkt in seiner grimassierten Abgründigkeit aber etwas monoton. Trotzdem genügt seine Performance als Träger der simplen Story, die am Rande den aufgequollenen Joe Estevez („Code of Conduct“), Bruder von Hollywoodstar Martin Sheen, als etablierten Chargisten auffährt. Leidlich spannend und nur auf Ebene der Unberechenbarkeit bei der Stange haltend, bewahrt das fiese B-Movie den Reiz aus der kaum genügenden Ausweglosigkeit seiner Ausgangssituation. Doch ist die, wie der gesamte Film, schlicht zu unausgegoren, um nachhaltig überzeugen zu können.

Wertung: (4 / 10)

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