In Hell – Rage Unleashed (USA 2003)

in-hellDer amerikanische Ingenieur Kyle Lord (Jean-Claude Van Damme) arbeitet für seine Firma in einer der vielen russischen Republiken. Nachdem seine Frau von einem Vergewaltiger umgebracht wurde und er diesen nach dessen Freispruch tötet, wird er selbst als Mörder verurteilt. Er landet im heruntergekommenen Gefängnis Marquezas, das mit eiserner Hand regiert wird. Dabei hat der berüchtigte General Battista mit seinen Leuten und Helfern die straffen Zügel eindeutig in der Hand und Manipulation, Bestechung, Unterdrückung und Folter sind nur einige Merkmale, denen Kyle und der Großteil der anderen Häftlinge fortan ausgesetzt sind. In regelmäßigen Abständen werden im Gefängnis Kämpfe unter den Gefangenen ausgefochten, die nicht selten mit dem Tode enden. Kyle, noch um seine Würde als Mensch bemüht, kann dem gefährlichen Treiben des Generals zeitweise noch ausweichen. Doch irgendwann kommt auch für ihn der Moment des Kampfes.

Was darf man noch von der belgischen Dampframme Jean-Claude Van Damme erwarten? Nichts, kann da wohl die einzig richtige Antwort sein. Denn mit seinen letzten Werken, solchen wie „The Order“ oder „Derailed – Terror im Zug“, ist der ehemalige Prügel-Prinz endgültig in den verstaubten Niederungen einer jeden Videothek angekommen. Zum dritten Mal bereits nach „Maximum Risk“ und „Replicant“ arbeitete der lebende Spagat mit Regisseur Ringo Lam („Cover Hard“, „Prison on Fire“) zusammen. Doch ist nach den beiden ersten Kollaborationen diese wohl mit Abstand am schlechtesten ausgefallen. In „In Hell“ wird der Zuschauer mal wieder mit Schauspiel-Folter der ersten Güteklasse bedacht, bei dem der Hauptakteur wie gewohnt tapsig, ausdruckslos, unbeholfen und um Ernsthaftigkeit bemüht durchs Bild wandert und dabei bis auf einige müde wie gequälte Blicke keine Reaktionen hervorruft. Die Ausdruckslosigkeit eines Van Dammes ist hier aber nur der Anfang, denn auch seine Mitstreiter im harten Gefängnisalltag unterbieten sich ein ums andere Mal in desaströsen, aber bisweilen unfreiwillig komischen Szenen.

Doch der geneigte Fan anspruchsloser B-Action-Unterhaltung schaut ja nicht bemüht durch 90 Minuten Film, um die nächsten Kandidaten für den Oscar zu sondieren, sondern vielmehr um handfeste Keilereien und sonstige Action-Einlagen zu bestaunen. In diesem Fall darf man harte Knast-Action erwarten, wie es das Cover uns vermitteln will und auch ungekürzt soll es zusätzlich sein, so dass man sich auf die ein oder andere Härte einstellt. Hart geht es dabei an einigen Stellen auch zur Sache, doch dies einfach viel zu selten und wenn, dann stümperhaft und derart langweilig in Szene gesetzt, dass seinerzeit jeder Henry Maske-Kampf mehr Esprit versprühte. Die Kämpfe sind dabei zu bieder inszeniert und ein wenig mehr Abstand zur „Realität“ hätte dem Film doch ganz gut getan. Hier wird auf Sparflamme geboxt, spektakuläre Flugeinlagen oder Kicks such man vergebens. Doch was bei den recht spärlich gesetzten Kämpfen anfängt, zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Film.

Lams Werk nimmt sich viel zu ernst und will tatsächlich mehr Drama denn Action-Unterhaltung darstellen. Vor allem Van Damme bettelt schier mit seiner bemühten, aber völlig wirkungslosen Darstellung um Anerkennung, wirkt aber in seinen „dramatischen“ Momenten nur fehl am Platz. Insbesondere während seiner zahlreichen Stunden in Einzelhaft, in denen das ausgemergelt erscheinen wollende Etwas eine theatralisch auftauchende Motte für den Geist seiner toten Frau hält, droht man unweigerlich den Gang zum Klo anzutreten. Später dann werden in selbiger Zelle dann wiederum die Muskeln für einige Boxeinlagen gestählt, denn Menschlichkeit, um die Van Damme doch so bemüht ist, wird ihm einfach nicht gewährt und so muss man (wieder einmal) die Keule hervorholen. „In Hell“ hätte vielleicht ein besserer Van Damme- und auch Ringo Lam-Film werden können, doch scheitert dieses Unterfangen bereits an Darstellern, Dramatik, Story und auch den billigen Kulissen, die in ihrem Trash-Faktor fast Albert Pyun-Niveau erreichen.

Wertung: (2 / 10)

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