Im Zeichen der Libelle (USA 2002)

im-zeichen-der-libelleAls Arzt in der Notaufnahme hat man es sicher nicht leicht. Doch wenn dann auch noch die eigene Frau bei einem tragischen Unfall ums Leben kommt, kann man schon in Verzweiflung verfallen. So im Falle von Dr. Joe Darrow (Kevin Costner), dessen Frau Emily als Ärztin im venezuelanischen Urwald gearbeitet hat und dort zu Tode gekommen ist. Joe kommt mit der Situation nicht zurecht und dies wirkt sich auch auf seine Arbeit aus. Doch nach einiger Zeit erhält er seltsame Zeichen und Dinge, die mit Emilys Lieblingstier, einer Libelle, zu tun haben und in Joe den Anschein erwecken, Emily könnte aus dem Jenseits Verbindung mit ihm aufnehmen wollen oder gar noch am Leben sein.

Trost und Rat findet er bei seiner Nachbarin Miriam (Kathy Bates), die ihm jedoch wie eigentlich alle nur bedingt glaubt. Nach und nach erhält Joe jedoch immer mehr Zeichen und so macht er sich schließlich nach Venezuela auf, um der Sache vor Ort auf den Grund zu gehen. Das erinnert nicht von ungefähr an „The Sixth Sense“. Mystery-Thriller haben Konjunktur und sind auch oft sehenswert, wie kürzlich erst „The Others“ belegte. Am Welterfolg von „The Sixth Sense“ konnte bisher zwar niemand rütteln, doch einige Treffer konnte das Genre schon landen. „Im Zeichen der Libelle“ ist dann aber eher ein Schlag ins Leere, denn Spannung kommt hier eigentlich nur sehr selten auf.

Regisseur Tom Shadyac war bisher vornehmlich auf flache Komödien wie „Ace Ventura“ oder „Der Dummschwätzer“ abonniert und versucht hier ein wenig Anspruch in seine Karriere zu bringen. Dabei bedient er sich ungeniert am großen und erfolgreichen Vorbild, ohne aber eigene Ideen einzubringen. Die Schockmomente sind keine, da der Zuschauer frühzeitig weiß, was passiert und sich eben darauf einstellen kann. Was soll wohl schon passieren, wenn Costner mit einer Leiche allein im Krankenhauszimmer ist? Die Nulllinie schlägt mal kurz aus und natürlich bewegt sich der leblose Körper plötzlich.

Einige Stimmungsbilder wurden ganz ordentlich eingefangen, aber um die Geschichte über durchschnitt zu hieven, reicht es einfach nicht. So ist „Im Zeichen der Libelle“ eher ein Film, um im Fahrwasser bekannter Vorbilder das schnelle Geld zu machen und Kevin Costner vielleicht mal wieder einen Erfolg zu bescheren. Dringend nötig hat er diesen auf jeden Fall. Trotzdem bleibt der neuerliche Griff zu „The Sixth Sense“ die bessere Wahl, denn dieser langweilige Murks driftet in der letzten halben Stunde in eine völlige Farce ab und verabschiedet sich mit einem kitschigen und völlig an den Haaren hergezogenen Finale. 110 Minuten Zähigkeit mit einem soliden, aber nicht überschwänglichen Kevin Costner. Das genügt einfach nicht.

Wertung: (4 / 10)

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