Im Netz der Spinne (USA 2001)

im-netz-der-spinneIn „Im Netz der Spinne“ schlüpft Morgan Freeman nach „…denn zum Küssen sind sie da“ zum zweiten Mal in die Rolle des Profilers Dr. Alex Cross. Bei seinem jüngsten Auftritt wird die Senatorentochter Megan entführt, doch statt sich bei der Polizei zu melden, nimmt der Entführer Gary Soneji (recht hager geworden: Michael Wincott, „Strange Days“) Kontakt zu Dr. Cross auf. Mit Hilfe der Secret Service-Agentin Jezzie Flannigan (Monica Potter, „Hals über Kopf“) soll er Soneji ausfindig machen und das Mädchen zurück bringen. Als er den Entführer stellt, ist der Fall aber längst nicht abgeschlossen.

Bereits „…denn zum Küssen sind sie da“ war ein mittelprächtiges „Sieben“-Plagiat. Der Nachfolger ergeht sich in völliger Langeweile. Bereits die Anfangssequenz, in der die Partnerin von Morgan Freeman einen Autounfall erleidet, lässt erahnen, dass dieser Film mit qualitativer Unterhaltung wenig gemein hat. Denn in dieser zeigt Regisseur Lee Tamahori die wohl schlechtesten Computeranimationen seit John Carpenters „Flucht aus L.A.“. Selbst Morgan Freeman, sonst Garant für wirklich gute Leistungen, kann den Film nicht retten, denn dieser hangelt sich von einer Ungereimtheit zur nächsten.

Tamahori schafft es einfach nicht, dem Plot Spannung zu verleihen, was eigentlich verwundert, hat er mit „Die letzte Kriegerin“ oder „Nach eigenen Regeln“ durchaus Talent bewiesen und durfte sogar beim kommenden Bond-Film auf den Regiestuhl Platz nehmen. „Im Netz der Spinne“ wartet mit mehreren Wendungen auf, doch diese sind eher vorhersehbar als wirklich überraschend. Man kann nur inständig hoffen, dass Hollywoods Drehbuchschreiber von den weiteren Romanen um Dr. Alex Cross Abstand nehmen. Auf diesem Niveau ist aus dem Stoff nämlich erschreckend wenig herauszuholen. Solide Nebendarsteller wie Penelope Ann Miller („Carlito’s Way“) oder Newcomer Anton Yelchin helfen da auch nicht weiter.

Wertung: (4 / 10)

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