Idle Class – Of Glass and Paper (2015, Uncle-M)

idleclassglasDer vielversprechende (Punkrock-)Nachwuchs in Deutschland hört auf viele Namen. Einer davon ist IDLE CLASS. Trotz ihres überschaubaren Bestehens von gerade einmal drei Jahren kann die umtriebige Kapelle aus Münster bereits eine EP und nunmehr zwei Alben vorweisen. Die Resonanzen waren meist positiver, teils überschwänglicher Natur. Mit ihrem Zweitwerk legt das Quintett die Messlatte gleich noch mal höher. Großartige Hymnen gibt es hier gleich reihenweise zu hören, welche internationalen Vergleichen jederzeit standhalten und sich manch großer Name von der hier dargebotenen Spielfreude getrost eine Scheibe abschneiden könnte.

Schon eingangs setzen IDLE CLASS mit der melodischen, mehrstimmigen Hymne „The Drama Continues“ ein frühes Ausrufezeichen. Mit Drama aber hat „Of Glass And Paper“ natürlich nichts am Hut. Vielmehr klingt das Album wie eine jederzeit launige Verbrüderung von RED CITY RADIO, den MENZINGERS und FLATLINERS. Bestachen die EP und das Albumdebüt vor allem durch (melodische) Uptempo-Songs, rücken nun vermehrt mehrstimmiger Gesang und hymnische Refrains in den Vordergrund. Das Tempo wird immer wieder variiert und das Gaspedal auch mal nur halb durchgedrückt.

Möchte man nun das Wort Drama doch noch einmal bemühen, so stellt sich lediglich die Frage, welches nun der größte Hit von „Of Glass And Paper“ ist. Der genannte Opener rangiert sicherlich weit vorn, doch auch das schnellere „All Kippers And Curtains“ und „A Pupeteers Party“ avancieren dank mehrstimmiger Kehlen und großartiger Melodien zu neuen Lieblingen. Mit ihrem zweiten Album haben IDLE CLASS nahezu alles richtig gemacht und ihren Hut für das Punkrockalbum des Jahres souverän in den Ring geworfen.

Wertung: (8,5 / 10)

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