Ich weiß noch immer, was du letzten Sommer getan hast (USA 1998)

istillknowlastsummerNeuer Sommer, alter Spuk. Der erste Nachschlag zum gelungenen Teen-Slasher „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ ist eine laue Blase der erfolgreichen Stilmittelvariation seines Vorgängers. Neben den Überlebenden aus Teil eins, Julie James (Jennifer Love Hewitt, „Ghost Whisperer“) und Boyfriend Ray (Freddie Prince Jr., „Shooting Gallery“), spült das Skript notwendigerweise frische Opferrollen an den Haken des Mörders im Ölmantel. Da ist Julies Mitbewohnerin Karla (Popsängerin Brandy in ihrem Spielfilmdebüt), die eine Reise für vier Personen auf die Bahamas gewinnt. Klar, das Julie als Begleitung die erste Wahl ist. Dergleichen zweite ist Karlas Freund Tyrell (Mekhi Phifer, „Dawn of the Dead“), der dritte Ray. Auf dem Weg zum Treffpunkt wird dieser jedoch vom Killer unsanft ins Krankenhaus befördert. Die nichtsahnende Julie nimmt an seiner Statt ihren neuen Verehrer Will (Matthew Settle, „Band of Brothers“) mit.

Es braucht keinen Experten, um sich auszumalen, dass es auch den Serienmörder nach einem Tapetenwechsel dürstet, was die sturmgebeutelte Karibikidylle bald seiner Gäste und Angestellten beraubt. Viel zu kreischen, aber wenig zu fürchten hat dabei Jennifer Love Hewitt, die das verletzliche Schnuckelchen Julie mit penetrantem Hang zur virginen Reinheit verkörpert. Sie legt sich mit Bikini auf die Sonnenbank und geht mit Vollbekleidung ins Bett. Das sich der mordende Fischermann an diesem personifizierten Persilschein den Haken stumpf wetzt, versteht sich von selbst. Überhaupt ist „Ich weiß noch immer, was du letzten Sommer getan hast“ krampfhaft konventionell und beschämend bieder. Als einsam banale Subversivität darf sich Jack Black („School of Rock“) an sämtlichen Kifferklischees abarbeiten, ehe seinem Tun mit der Gartenschere ein jähes Ende bereitet wird. Hier reicht schon der Gedanke an Sex zur Unterzeichnung des eigenen Todesurteils, nackte Haut und anzügliche Körperlichkeiten spart der brave Film einfach aus.

Für schreckhafte Zeitgenossen hält Regisseur Danny Cannon („Goal!“) vereinzelt brauchbare Schockmomente parat, welche Genrekennern aber nicht mehr als ein müdes Lächeln entlocken. Nach verhaltenem Auftakt und zähem Mittelteil zieht Cannon im Schlussakt das Tempo an. Plump folgt die Flucht vor dem Killer den gleichen Pfaden wie der Vorgänger und führt durch dunkle Kammern und überspülte Wiesen. Die haarsträubende Auflösung – zu der sich auch Ray im Paradies einfinden darf – schafft Raum für eine weitere Fortsetzung, bevor ein immerhin fieses Finale den Schlusspunkt unter einen handzahmen Horrorfilm setzt. „Ich weiß noch immer, was du letzten Sommer getan hast“ ist das übliche Schreien und Sterben, positiv in die Waagschale wirft sich nur der Gastauftritt von „Re-Animator“ Jeffrey Combs als kauziger Hotelmanager. Sehen und vergessen.

Wertung: (4 / 10)

scroll to top