I Come with the Rain (HK/GB/F/E/IRL 2009)

icomewiththerain„I promised you a happy ending. Here it is…“ – Hasford

Ein wenig still ist es geworden um Josh Hartnett („Pearl Harbor“). In den vergangenen sechs Jahren war er hierzulande gerade in drei Kinofilmen zu sehen, wovon einer, die Comicadaption „Sin City“, lediglich einen Kurzauftritt bedeutete. Selbst qualitativ hochwertige Werke wie der schwarzhumorige Thriller „Lucky # Slevin“ landeten gleich in den Verleihregalen. Dass „I Come with the Rain“, der unkonventionellen Interpretation der Passionsgeschichte, die gleiche Behandlung zuteil werden würde, schien da fast vorhersehbar.

Im von Tran Anh Hung („Cyclo“) geschriebenen und inszenierten Filmrätsel schlüpft Hartnett in die Rolle des ehemaligen US-Polizisten Kline. Die Jagd nach Serienmörder Hasford (Elias Koteas, „Shutter Island“), der das Leiden seiner Opfer in kunstvoll morbide Skulpturen übersetzte, führte ihn einst an die Schwelle des Wahnsinns. Mittlerweile verdingt sich der gebrochene Cop als Privatschnüffler. Im Auftrag eines mächtigen Konzerngründers soll er dessen verschwundenen Sohn Shitao (Takuya Kimura, „2046“) aufspüren, der auf den Philippinen ein Waisenhaus betreute.

Vor Ort beginnt Kline mit seinen Nachforschungen und wird bald mit der nicht belegbaren Behauptung konfrontiert, der Gesuchte sei ermordet worden. Eine Spur führt ihn nach Hong Kong, wo er mit Polizist Meng Zi (Shawn Yue, „Infernal Affairs“) in die Quere des psychopathischen Su Dongpo (Byung-hun Lee, „The Good, the Bad and the Weird“) gerät. Als dessen drogenabhängige Geliebte Lili (Tran Nu Yên-Khê, „Der Duft der grünen Papaya“) entführt wird, findet sie sich plötzlich in der Obhut Shitaos wider, der in zurückgezogener Armut kranke auf eine bizarre, ihn selbst verzehrende Weise heilt.

Entgegen gängiger Erzählrhythmen schickt Tran Anh Hung seine Protagonisten der eigenen Erlösung entgegen. Der inhaltlich strukturlos wirkende Mix aus Thriller und Drama wirkt faszinierend und hypnotisch, aber auch ebenso verkopft und metaphorisch überladen. Die Stimmungswechsel aus Szenen meditativer Ruhe und eruptiver Gewalt schaffen eine Atmosphäre der Unberechenbarkeit. Doch obwohl der überzeugend gespielte Film auf dem Weg zur Antiklimax manch intensiven Moment aufweist, wirkt „I Come with the Rain“ zu diffus, um als komplexes Mysterium wirklichen Nachhall entfalten zu können.

Wertung: (6 / 10)

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