Hunted Like Thieves – Echoes (2015, Berrymore & Flare)

hunted-like-thieves-echoesDie Schweiz hat (wieder) bemerkenswerten melodischen Hardcore zu bieten. Neben THE GIVING veranschaulichen das auch HUNTED LIKE THIEVES, deren 2015 eingespielter Debütlangspieler „Echoes“ überzeugend zwischen den Stühlen von moderner Genre-Kelle und mit unterschwelliger Verzweiflung angereicherter „Post“-Ausrichtung Platz findet. Unter das durchgängig barsche Geschrei legt sich instrumentale Finesse, die sich wahlweise punkigen Elementen in COMEBACK KID-Manier bedient (insbesondere beim Titeltrack), sphärische Anmut einflechtet (herausragend: „Thin As Porcelain“) oder sporadisch metallene Einflüsse geltend macht.

Zu bieten haben die Eidgenossen also einiges. Zu sagen übrigens auch. Dass sich die Texte nicht minder durchdacht und aufgewühlt präsentieren, ist ein weiterer Pluspunkt. Allerdings braucht die Scheibe ein wenig, bis sie ihre volle Wirkung entfaltet. Im modernen Hardcore ging es unbestritten schon eingängiger zu, doch brauchen HUNTED LIKE THIEVES Vergleiche mit etwaigen Größen ihrer kreativen Zunft nicht zu scheuen. Dafür stehen starke Nummern wie „Wanderlust“, „Paper Smells the Ink“ oder „Superiority Complex“, die ihre Reize packend ausspielen und „Echoes“ zu einem gestandenen Vergnügen mit desperater Ader machen.

Wertung: (7 / 10)

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