Hunt to Kill (CAN 2010)

hunt-to-kill„When I hunt, I hunt to kill!“ – Jim Rhodes

Es gibt sie noch, die unsagbar stumpfen Actionfilme. Sie erfordern „Stars“ aus der dritten Reihe, einen abgegriffenen Plot und grobe Härte. All das bietet „Hunt to Kill“, der kaum eine Flachheit auslässt, auf bizarre Weise aber adäquat unterhält. Als Hauptdarsteller und Held wider Willen wurde Steve Austin („Maximum Conviction“) verpflichtet, der bereits im Wrestling-Metier nicht zu den ausdrucksstärksten Vertretern zählte. Im B-Filmgeschäft hat er zwar Fuß gefasst, neben ihm wirken alteingesessene Genre-Haudegen wie Seagal oder Van Damme aber fast wie seriöse Schauspieler.

Dass seine verschiedenen Gesichtsausdrücke auch diesmal an einem Finger abgezählt werden können, versteht sich von selbst. Aber die übrige Besetzung besteht aus bekannten Gesichtern, von denen manche sogar mal eine respektable Karriere vorweisen konnten. Neben Eric Roberts („The Human Centipede III“), der als Partner von Austins texanischem Grenzschützer Jim Rhodes noch vor den Anfangstiteln das Zeitliche segnet, ist es Gil Bellows. Der erlangte insbesondere durch die TV-Serie „Ally McBeal“ Bekanntheit und spielt im preisbewussten Unterhaltungssegment mittlerweile bevorzugt die skrupellose Arschgeige.

Mit Regisseur Keoni Waxman arbeitete er bereits bei Steven Seagals Fernsehformat „True Justice“ zusammen. Selbiges gilt auch für Michael Eklund und Adrian Holmes, die allesamt Teil einer Verbrecherbande sind, die bei einem Überfall ein Vermögen in Wertpapieren erbeutet. Nur werden sie vom Komplizen Lawson (Michael Hogan, „Battlestar Galactica“) gelinkt, der sich in die Wälder Montanas absetzt, wo Rhodes mittlerweile Dienst schiebt. Bellows und Gefolge, komplettiert durch B-Karateka Gary Daniels („Fist of the North Star“) und Emilie Ullerup (wirkte ebenfalls in „True Justice“ mit), stellen ihm nach und „gewinnen“ Rhodes durch Geiselnahme seiner Tochter (Marie Avgeropoulos, „The 100“) als Führer.

Der Plot bedient sich reichhaltig bei „Cliffhanger“ und braucht rund eine Stunde Einleitung und Forstwanderung, ehe Austin zum großen Reinemachen bläst. Bei der sporadisch eingestreuten Gewalt ist der simple Streifen durchaus zeigefreudig. Hier ein krachender Armbruch, dort ein saftender Kopfschuss. Die hier gewährte Freigabe ab 16 wäre früher eher die Ausnahme gewesen. Der Rest ist qualitatives Schweigen im Walde, wenn sich Austin in Rambo-Manier zum König der Wildnis ausruft. Neben drolligen Einzeilern beschränken sich die Dialoge auf aussagekräftige Sätze wie „Fuck man, I want my fucking money“. In seiner Gesamtheit unbestritten doof, mit Kumpels und ein paar Kannen Bier aber zweifelsfrei ein gestandener Spaß.

Wertung: (4 / 10)

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