Hundredth – Free (2015, Hopeless Records)

hundredth-freeManchmal muss es einfach schallern. Der (kreative) Geist siegt über die Materie und lässt einen Orkan aus den Boxen fegen, der bei einem gewissen Lautstärkepegel Häuser zum Einsturz bringen könnte. Ein Album, das diese Attribute souverän bedient, ist „Free“. Die Urheber, HUNDREDTH, haben sich mit zwei Platten und zwei EPs um den modernen Hardcore verdient gemacht. Von der bewährten Formel weicht auch ihr dritter Langspieler keinen Deut ab. Gut so, denn auch wenn die Scheibe zunächst akuten Gleichklang verheißt, ist das Geschick des Vierers aus South Carolina keinesfalls von der Hand zu weisen.

Nach kurzem Intro geht es mit „Unravel“ gleich mächtig los. Die Shouts sind meist mächtig angepisst, versprühen aber auch einen leicht wehklagenden Unterton. Über ihnen liegt heftiger Hardcore mit dezentem Metal-Schweif, dessen kompromisslose Note in der Tiefe durch melodische Färbung angenehm entzerrt wird. Einmal in Fahrt gebracht, gibt es für HUNDREDTH kein Halten mehr. Parallelen zu COMEBACK KID sind zweifelsfrei gegeben, wie u.a. „Inside Out“ oder „Beggar“ zeigen, doch gelingt den Südstaatlern auch mit „Free“ die Beanspruchung ihrer eigenen Nische.

Eine gewisse Leidensfähigkeit sollte man als Hörer aber dennoch mitbringen, denn hier gibt es von vorn bis hinten durchgängig auf die Ohren. Daran ändern auch vereinzelte Drosselungen (etwa bei „Isolation“) oder Gesangsvariierungen („See Beyond“) nichts. Zwingend abwechslungsreich ist „Free“ unter dem Strich kaum geraten, dafür aber mit unbändiger Wucht und ansteckender Energieleistung auf Konserve gepresst. Wer melodisch angehauchten Hardcore zu schätzen weiß, der liegt hier jedenfalls goldrichtig. Maßstäbe sollen ruhig woanders gesetzt werden.

Wertung: (7 / 10)

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