Human Timebomb (USA 1995)

human-timebombActionfilme der B-Klasse zeichnen sich nicht gerade durch Innovationen aus. In der Regel geht es um preisgünstige Klone großer Kinoerfolge, den schlichten Aufhänger für endlosen Budenzauber. Logische Handlungsmuster und ausgeprägte Charakterskizzen sucht man hier vergebens. Die Plots sind meist so dünn wie das Papier, auf denen sie geschrieben wurden. Altbekannt ist auch der Zirkel wiederkehrender Darsteller. Solche wie Gary Busey, Lorenzo Lamas, Michael Paré, Frank Zagarino oder Joe Lara – um nur ein paar ihrer großen Zahl zu nennen. Deren Letztgenannter schlägt sich abseits der gewohnten Spur auch mal auf Seiten der Schurken, was in „Human Timebomb“ zu erhöhtem Bartwuchs und der Reduzierung auf nur einen Gesichtsausdruck führt.

Als FBI-Agent Parker (Brian Genesse, „Shadowchaser II“) einen Gefolgsmann von General Arnaz (Anthony Fridjohn, „Wake of Death“) dingfest macht, glaubt er einen Kokaindeal vereitelt zu haben. In Wahrheit aber ist der kubanische Geheimdienst in den Besitz von Mikrochips gelangt, die nach der Einpflanzung in den menschlichen Körper dessen vollständige Kontrollierung ermöglichen. Parker gerät selbst in die Fänge der skrupellosen Gangster, befehligt vom wahnsinnigen Price (Joe Lara, „Steel Frontier“), und wird zum Spielball terroristischer Absichten. Durch einen Unfall jedoch erleidet der ihm implantierte Chip einen defekt. Wieder Herr seiner Sinne, gilt es Arnaz’ teuflische Pläne zu vereiteln.

„Human Timebomb“ ist ein reichlich flacher Film, der bei „Universal Soldier“ und „Speed Rage“ das Konstrukt seiner Story zusammenklaut. An Logik wird kein Gedanke verschwendet, statt dessen eine sättigende Optik ins Visier genommen. Die zumindest im ungeschnittenen Original blutige Action spart nicht an Zeitlupen, was das B-Flair der Handlung entkräftet und dank des Einsatzes von Regisseur Mark Roper („Warhead“) ansehnlich gemacht ist. Die stimmigen Baller- und Prügelexzesse sind es auch, die das Krawallspektakel auf Kurs halten. Dazu kommt ein stattliches Pyro-Feuerwerk, wird hier doch fast alles in die Luft gejagt, was sich gerade ins Bild verirrt hat. Das genügt für einen der besseren Beiträge von Avi Lerners Nu Image-Studio zur Genreflut in den mittleren Neunzigern. Ein rasantes, wenn auch reichlich hirnverbranntes Spektakel.

Wertung: (5 / 10)

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