House III – The Horror Show (USA 1989)

house-3„I’m coming back to tear your world apart… I’m going to fuck you up.“ – Immer für warme Worte gut: Max Jenke

Es gibt Horrorfilme, die sich einiger Beliebtheit erfreuen, obwohl ihnen der Zahn der Zeit erheblich zugesetzt hat. Zu ihnen zählt, man mag diese Auffassung teilen oder nicht, „The Horror Show“. Außerhalb der USA wurde der übersinnliche Schocker mit dem Segen von Produzent Sean S. Cunningham („Freitag der 13.“) als dritter Teil der „House“-Reihe vermarktet. Das führte später dazu, dass die 1992 nachgeschobene offizielle zweite Fortsetzung der ironischen Haunted House-Variante selbst in Amerika als Part vier herausgebracht werden musste. Innerhalb der Serie fällt „House III“ (Alternativtitel: „Horror House“) aber nicht allein aufgrund dieser kuriosen Randnotiz aus dem Rahmen, sondern insbesondere durch die blutige Umsetzung.

Regisseur James Isaac („Jason X“) spart (trotz auferlegter Kürzungen) nicht an Fleischeinlage, serviert daneben aber nur faden Einheitsbrei mit deutlicher Anlehnung an Wes Craven. Neben dem Klassiker „A Nightmare on Elm Street“ weist die Geschichte einige Parallelen zu Cravens im selben Jahr in die Kinos gebrachten „Shocker“ auf. Denn hüben wie drüben ist es ein wahnsinniger Serienmörder, der auf dem elektrischen Stuhl gebraten wird und anschließend als übernatürliche Erscheinung auf Rache sinnt. Jener Max Jenke (Brion James, „Blade Runner“) zerlegt seine Opfer vorzugsweise mit einem Fleischerbeil. Polizist Lucas McCarthy (Lance Henriksen, „Terminator“) legt ihm das Handwerk, wird danach jedoch von erschreckend realen Alpträumen geplagt.

Die nehmen selbstredend nicht ab, als Jenke in einer grotesken Sequenz hingerichtet wird und vor dem Tode seine Rückkehr ankündigt. Die lässt denn auch nicht lange auf sich warten und sorgt für diabolisches Kichern aus dem Kellerofen von Lucas und seiner Familie. Visionen im „Nightmare“-Stil (absurdes Highlight bleibt das Jenke-Hähnchen beim Essen) nehmen fortan zu und durch das Verschwinden des Freundes seiner Tochter (Dedee Pfeiffer, „Hoboken Hollow“) gerät Lucas selbst unter Mordverdacht. Besser weiß es Professor Campbell (Thom Bray, „Deep Star Six“), dessen Ausführungen über die Form des Bösen als elektrische Impulse selbst unter Aussparung jeglicher B-Film-Logik extraordinärer Humbug bleibt.

Trotz fachkundiger Prominenz – die Kamera führte Mac Ahlberg („Re-Animator“), die Musik besorgte Harry Manfredini („Freitag der 13.“) – bleibt „House III“ ein eher zwiespältiges Vergnügen. Die handgemachten Tricks und der blutbesudelte Auftakt mit seinen zweckentfremdeten Küchengeräten sorgen für bizarre Höhepunkte, zu denen auch Brion James’ überdrehter Auftritt beiträgt. Er gab gern zu Protokoll, dass Jenke zu seinen Lieblingsrollen zählte. Die Kehrseite seiner freudvoll übertriebenen Teufelei zeigt sich im farblosen Routineauftritt von Lance Heriksen, dem (wie übrigens allen anderen Darstellern) keinerlei Raum geboten wird, seinen Alibicharakter mit Leben zu füllen. Ein paar solide Schocks und die in Deutschland bis heute großzügig zensierte Gewalt aber scheinen vielen Genrefans zu genügen. Es sei ihnen gegönnt.

Wertung: 3.5 out of 10 stars (3,5 / 10)

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