Hot Chip – In Our Heads (2012, Domino Records)

hot-chip-in-our-headsEin Hitfabrik im klassischen Sinne sind HOT CHIP nicht. Die fünf Briten fördern zwar im Detail unverschämt eingängige Nuancen des Pop zutage, als schnöder Million-Seller wollen sie sich aber offenkundig nicht verstanden wissen. Denn dafür ist ihre Musik zu versponnen und zu zögerlich zugänglich. Die Platten der Londoner brauchen stets einige Zeit, ehe sich ihr Potenzial vollends offenbart. „In Our Heads“, Album Nummer sechs, ist da keine Ausnahme. Verglichen mit dem letzten Streich „One Life Stand“ scheint der Elektro-Anteil ein wenig offensiver, das Gros der 11 Tracks insgesamt ein wenig „clubbiger“. Trotzdem bereitet es noch immer Probleme, HOT CHIP als reine Tanzkapelle zu kategorisieren.

Sie bleiben dem Indie und ihrer grundlegend transportierten Schwermut treu, wie auch Erlend Øye mit seinen verschiedenen Projekten einer Eigenwilligkeit unterstellt, die nur schwer mit den vorderen Rängen der Charts vereinbar scheint. Zwar lässt sich grundlegend erahnen, was einen bei „In Our Heads“ erwartet, überraschende Facetten bergen die allesamt über der Marke von vier Minuten rangierenden Stücke jedoch durchweg (als ein Beispiel mag das von markanten Brüchen geprägte „Now There is Nothing“ dienen). So reihen die schwelgerischen Elektro-Künstler einmal mehr einen unaufgeregten Ohrenschamus an den nächsten und verfeinern ihren Sound gezielt, ohne den Wiedererkennungswert zu vernachlässigen.

Wertung: (7,5 / 10)

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