Hood Rat (USA 2001)

hood-ratBen heißt jetzt Tara. In den Siebzigern war es der von Mutter und Boss geplagte „Willard“, der mit Hilfe einer intelligenten Ratte Rache übte. Im neuen Jahrtausend, wo der Stoff bereits sehenswert neu verfilmt wurde, folgt auch die Blaxploitation-Variante, quasi „Rats N the Hood“, hier aber vereinfacht „Hood Rat“ betitelt. Die Parallelen zum Original sind trotz Variierung des Plots nach Maßgabe bekannter Gangster-Klischees offensichtlich. Auch an Verweisen auf den Ursprung wird unter Regisseur Leslie Small („Hair Show“) nicht gespart. Überzeugend geraten ist seine Neuformulierung des Stoffes dennoch nur bedingt.

Mit seinem an den Rollstuhl gefesselten Bruder haust der gutmütige Obdachlose Max (Isaiah Washington, „Grey‘s Anatomy“) im Keller einer heruntergekommenen Mietskaserne. Als deren misanthropischer Eigner gerichtlich zu einer pädagogischen Maßnahme verpflichtet wird, nach der er einen Monat unter den lebensunwürdigen Bedingungen seiner Mieter hausen soll, verschärft sich die Situation der Gebrüder zusätzlich. Durch Schuldeneintreiber Grady (Ice-T, „Surviving the Game“) werden sie des Hauses verwiesen, was Max‘ neuer Freundin, Rattenweibchen Tara, die Zornesröte in die Augen treibt.

Die Beziehung zwischen Mensch und Tier bleibt lange Nebenhandlung. Vorrangig gezeigt wird das soziale Milieu, das durch die bewusst übersteigerten Figuren jedoch kein authentisches Fundament erhält. Immerhin aber setzt Small nicht auf gesteigerte Ernsthaftigkeit, was bei Mimen wie Rapper Ice-T auch zwangsläufig in die Hose ginge. Zudem würde die Darstellung des ewigen Gutmenschen Max, der der hübschen, vom Freund misshandelten Nina (A.J. Johnson, „Baby Boy“) zugetan ist, viel zu dick aufgetragen wirken. Für die spätere Wandlung allerdings müssen solche Gegensätze geschaffen werden.

Denn als Max´ Bruder im Freien erfriert, bringt der plötzlich gar nicht mehr so freundlich gesonnene Clochard die mörderischen Ratten über die Mieter. Das sorgt für passable CGI-Nager-Horden, etwas Blut und ein feuriges Finale, kann die erhöhte Durchschaubarkeit der wiederaufbereiteten Plotte aber kaum übertünchen. In schwarzer Version werden die Ideen nicht zahlreicher, durch die bemühten Anflüge ironischer Übertreibung schleicht sich auch nur vereinzelt gesteigerte Kurzweil ein. Geholfen ist mit dieser mauen Video-Produktion also weder Freunden des Black Cinema noch des Tierhorror-Genres.

Wertung: (3,5 / 10)

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