Hirata Estate – Late Stage Everything (2023, DIY)

Manchmal geht es verdammt schnell. Bei HIRATA ESTATE bedeutete das binnen vier Monaten zwei EPs. Deren jüngere, „Late Stage Everything“, knüpft erwartungsgemäß nahtlos an den Vorgänger („It Has to Start Somewhere“) an – setzt dabei aber vermehrt auf den Mitgröl-Anteil und die melodischen Abstecher. Wer Vergleichs-Namedropping braucht, ist mit (den frühen) HUNDREDTH auch im zweiten Anlauf gut bedient. Will heißen, barsche Shouts treffen Hardcore mit partiell ausschweifendem Gitarreneinsatz.

Das DIY-Projekt zielt weiterhin auf die pure Lust am Lärmen ab. Dabei erfüllen die fünf Tracks – als Anspieltipps mögen „St. Clarity Ruin Generator“ und „Liminal Spaces“ herhalten – als Ventil für aufgestaute, vorrangig zornige Emotionen souverän ihren Zweck. Allerdings wirkt das vereinzelt durch Sprachintermezzi unterbrochene Geplärre auf Dauer doch etwas ermüdend. Die abwechslungsreiche Instrumentalfront reißt es an den richtigen Stellen jedoch raus, so dass HIRATA ESTATE auch mit „Late Stage Everything“ ausreichend Vergnügen bereiten. Sofern das bei weitgehend kompromisslosen Klangstrukturen wie diesen überhaupt als Primärziel ausgelobt wird…

Zu finden ist die EP hier.   

Wertung: 6.5 out of 10 stars (6,5 / 10)

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