Highlander II – Die Rückkehr (GB/F/ARG 1991)

highlander-2„Nothing lasts forever.“ – Prophetischer Vorgriff auf den karrieristischen Abstieg: Lamberts Connor MacLeod

Es konnte doch nur einen geben. Warum also musste der stilprägende Trivial-Klassiker „Highlander“ unbedingt fortgesetzt werden? Und dann auch noch bar jeder Logik wiederum mit Sean Connery als besonnener Mentor Ramirez, obwohl dieser doch bereits im Erstling den Kopf verlor? Aber seien wir fair, das Zutun des Ur-James Bond verleiht dem Film einen gewissen Glanz. Mehr als die Aussicht auf den üppigen Gagenscheck dürfte Connery allerdings nicht geritten haben. Trotzdem hat der neuerlich von Russell Mulcahy gedrehte Streifen seinen Reiz. Auch wenn sich dieser in der Hauptsache daraus speist, dass „Highlander II“ sehenswert misslungen ist und haarscharf am Edel-Ramsch vorbeischrammt.

Die kryptische Geschichte blickt ins Jahr 2024 und noch viel weiter in die Vergangenheit des bürgerkriegserschütterten Planeten Zeis, die ursprüngliche Heimat der unsterblichen Krieger. Christopher Lamberts Hochland-Schotte Connor MacLeod, letzter auf der Erde verbliebener Legat aus der fernen Galaxie, ist mittlerweile ein in sich ruhender Greis. Durch sein Zutun wurde die Erde mit einem Schutzschild umspannt, der die Menschheit nach dem Verschwinden der schützenden Ozonschicht vor der Vernichtung bewahrte. Aber nicht alle glauben daran, dass die fatale Wirkung der Sonnenstrahlen nach all den Jahren überhaupt noch Bestand hat.

Eine von ihnen ist Öko-Terroristin Louise Marcus (Virginia Madsen, „Candyman’s Fluch“), die versucht Beweise für die Blendung durch die Obrigkeit zu finden. Aber trotz üppig ausstaffiertem erzählerischem Rahmen, ohne Widersacher kann der Highlander nicht zu alter Form auflaufen. Und so macht sich Gegenspieler Katana (Michael Ironside, „Total Recall“) von Zeis auf, dem Highlander den Kopf von den Schultern zu schlagen. Als Vorhut schickt er zwei Techno-Krieger im Vogel-Look, deren Lebensenergie dem ergrauten MacLeod bei der nötigen Kräftefindung aber gerade recht kommen. Gleiches gilt übrigens auch für Louise. Wenn auch nur als Futter des lachhaft wiederkehrenden Sexappeals.

Fehlt noch Connerys Ramirez, der von Schottland aus einfliegt und dessen betont skurrile Konfrontationen mit der Moderne das selten wirklich ineinander greifende Potpourri narrativer Töne und Farben merklich bereichert. Gemeinsam stellen sie sich gegen die Shield Corporation um Präsident David Blake (John C. McGinley in der Prä-„Scrubs“-Ära) und bringen der Menschheit letztlich natürlich das Sonnenlicht wieder. Die Action ist von spektakulärem Hauch umweht, aber die Einleitung in der Oper nimmt Mulcahy bei seiner Inszenierung wörtlich. Alles wirkt überdramatisiert, in den aufwändigen Studiokulissen des retrofuturistischen New Yorks übertrieben pompös.

Selbiges gilt auch für den Plot, der epochales im Sinn hat und doch als banales B-Spektakel geerdet wird. Dafür steht allein Ironsides wilde U-Bahnfahrt, die für sich betrachtet völlig überflüssig bleibt, immerhin aber den Geist der bonbonbunten 80er beschwört. So bleibt „Highlander II“ ein Kuriosum, in seiner Überambition jedoch durchaus sehenswert. Der sinnigere ´Renegade Cut´, der mehr Zeis bietet und erzählerisch flüssiger wirkt, sollte Fans die bessere Alternative sein. Wirklich gelungen ist der Film auch in dieser Fassung nicht. Aufgrund der überschwänglichen „Over the Top“-Inszenierung ist diese erste Fortsetzung dem unerreichten Original aber deutlich würdiger, als die unsäglichen Folgeteile.

Wertung: (5 / 10)

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