Highlander – Es kann nur einen geben (USA/GB 1986)

highlander„From the dawn of time we came, moving silently down through the centuries, living many secret lives, struggling to reach the time of the Gathering, when the few who remain will battle to the last. No one has ever known we were among you… until now.“ – Ramirez‘ Einleitung

Es kann nur einen geben. Und was für einen! „Highlander“, der Fantasy-Kultfilm des australischen Regisseurs Russell Mulcahy („Razorback – Kampfkoloss der Hölle“), hat alles, was man von überbordendem 80`s-Kintopp erwartet: Einen Helden mit Silberblick, Trenchcoat, Jeans und Turnschuhen, der sich einem Anzugträger im Parkhaus eines Catcher- Kolosseums zum Schwertkampf stellt. Und das ist bloß der Anfang. Denn die Unsterblichen sind unter uns und wetteifern um die Zukunft des Universums. Oder so ähnlich. Sterben können sie nur, wenn ihnen der Kopf von den Schultern geschlagen wird, worauf den Sieger ein schier orgasmischer Energieschub durchfährt.

Natürlich neigt man als Zuschauer dazu, Filmwerke durch die nostalgische Brille zu verklären. Mancher Geist durfte und darf sich auch an diesem Klassiker scheiden, der mit viel Neonlicht und dem Soundtrack von Queen so dick aufträgt, wie es das Kino der Neunzehnachtziger zuließ. Christopher Lambert, der durch Luc Bessons „Subway“ und die „Tarzan“-Interpretation „Greystoke“ auf sich aufmerksam gemacht hatte, verhalf der Streifen zu Weltruhm und wurde zugleich sein Vermächtnis. Auf ewig sollte der Amerikaner mit französischen Wurzeln auf diese eine legendäre Rolle beschränkt bleiben. Aber seien wir ehrlich, es gibt schlimmere Schicksale als dieses.

Lambert ist Connor MacLeod vom Klan der MacLeods. Anno 1536 starb er auf einem Schlachtfeld des schottischen Hochlandes, um wenig später von den Toten aufzuerstehen. Der Klan witterte Teufelswerk und verbannte den wundersam wiederbelebten, der erst durch den im alten Ägypten geborenen Edelmann Juan Sanchez Villa-Lobos Ramirez (Ur-Bond Sean Connery) von seiner Bestimmung erfährt und im Umgang mit dem Schwert geschult wird. Einen fiesen Gegenspieler gibt es auch: Kurgan, in dessen Rolle Clancy Brown („Starship Troopers“) gnadenlos über die Stränge schlagen darf. Im New York der Gegenwart kommt es zum finalen Schlagabtausch.

In zahlreichen Rückblenden wird die Geschichte des Highlander vom Mittelalter bis in die Gegenwart nachgezeichnet. Die Liebe zu seiner Frau Heather (Beatie Edney, „Im Namen des Vaters“) endet tragisch, da er sie zwangsläufig überlebt. Während des Zweiten Weltkriegs rettet er der kleinen Rachel das Leben, die mit den Jahren zu seiner engsten Vertrauten (verkörpert von Sheila Gish, „Mansfield Park“) wird. Eine neue Romanze bahnt sich mit Reporterin Brenda (Roxanne Hart, „Chicago Hope“) an, die nach dem Zweikampf im Parkhaus – wie übrigens auch die Polizei (u.a. Jon Polito, „Miller’s Crossing“) – auf MacLeods Alter Ego, den Antiquitätenhändler Russell Nash, aufmerksam wird.

So düster wie im ursprünglichen Drehbuchentwurf des späteren „God’s Amy“-Regisseurs Gregory Widen vorgesehen, geriet der Film letztlich nicht. Eher schon den Achtzigern entsprechend grell und zünftiger Übertreibung zugetan. Davon lebt der einfallsreiche, originelle und irrwitzige Streifen bis heute. Die Action hat Schmackes, Lambert beweist Charisma und die Nebenfiguren Connery und Brown haben die Lacher auf verschiedenen Niveaustufen für sich gepachtet. So ist „Highlander“ fraglos einer der großen Kultfilme der schillernden Achtziger und wohlige Jugenderinnerung verschiedener Generationen. Dass es nur einen geben kann, hätte bei den vier eher üblen Fortsetzungen besser Berücksichtigung erfahren.

Wertung: (8 / 10)

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