Hidden (CDN/I 2011)

hidden-2011Wenn im Horrorfilm Wirkungsstätten zweifelhafter Wissenschaftler besucht werden, ist das Grauen meist nicht fern. Die Schatten der Vergangenheit und die Ausgeburten jener ethischen Verfehlungen suchen die unter welchem Vorwand auch immer vor Ort befindlichen Besucher heim. Einen Film wie „Hidden“, im Heimkinobereich überflüssigerweise auch in 3D präsentiert, in diesem Kontext als grauenhaft zu bezeichnen, ist durchaus angebracht. Allerdings vornehmlich aufgrund der stupiden Handlungsprämisse und des vor Klischees strotzenden Drehbuchs.

Aber wer weiß, vielleicht war Antoine Thomas’ rund acht Millionen Dollar teures Regiedebüt am Ende gar als Parodie angedacht. Anders sind die furchtbar formelhaften Figuren, die am Ort einstiger Gräuel vereinzelt nichts Besseres zu tun haben, als Ecstasy einzuwerfen, kaum zu erklären. Vor allem aber würde es die hanebüchene Forschungsreihe von jeder Ernsthaftigkeit abnabeln. Doch nein, Thomas zieht den Plot mit eiserner Seriosität durch. Nur kommt dem bereits im Prolog jede Bodenhaftung abhanden, wenn Suchtforscherin Susan Karter (Dawn Ford) ihre Versuchsreihe beschreibt.

Sie hat herausgefunden, dass die Injizierung des Giftes eines seltenen (CGI-)Insekts ins menschliche Gehirn dazu führt, dass sich Suchtverhalten im Körper manifestiert und wie ein Geschwulst weggeschnitten werden kann. Aus dieser denkbar sinnfreien Grundidee hätte herrlicher Horror-Trash entstehen können. Zumal Dr. Karter als Nebeneffekt eine Zellteilung entdeckt, die der Sucht praktisch einen eigenen Körper gibt. Nun ist „Hidden“ aber kein ideenreicher Schund, sondern Grusel von der hintersten Stange. Und der folgt zwischen Mystery-Thriller und Haunted House-Horror einzig beliebigen Formeln.

So darf Dr. Karters entfremdeter Sohn Brian (Sean Clement) nach ihrem Tod ausrücken und mit ein paar Gefährten Mutters verzweigtes Labor/altes Kloster erkunden. Vor Ort häufen sich bald seltsame Erscheinungen in Kindergestalt, die bald auch erste Todesopfer fordern. Visuell ist das durchaus kompetent gemacht und auch die Musik sorgt für solide Schummrigkeit. Aber was hilft handwerkliche Solidität, wenn Geschichte und Figuren jeder noch so ausgelutschten Standarte willfährig die Hand reichen? Suchtpotenzial entwickelt diese dürftige und obendrein blass gespielte B-Geisterbahn jedenfalls keines.

Wertung: 3 out of 10 stars (3 / 10)

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