Hi-Standard – Growing Up (1996, Fat Wreck)

hi-standrard-growing-upMitte der Neunziger wurde fast alles zu Gold, was Fat Mike anfasste. Bestes Beispiel sind HI-STANDARD, deren Debütalbum „Growing Up“ bis heute weltweit rund 700.000 Mal verkauft wurde. Eine irres Ergebnis für eine Band, die US-Stereotypen durch die japanische Brille betrachtet und gesanglich klingt wie die Chipmunks im Stimmbruch. Doch das Trio aus Tokio spielt gekonnt mit den Mechanismen des Punk-Rock, flechtet nach Gusto poppige Melodien, Bläser oder vereinzelt knackige Hardcore-Anflüge ein und covert (neben „Since You Been Gone“ von Russ Ballard) den BAY CITY ROLLERS-Klassiker „Saturday Night“. Für ausgelassene Stimmung ist damit unweigerlich gesorgt.

Sicher, die Formel hat sich spätestens nach der Hälfte der gut halbstündigen Spielzeit erschöpft, doch der beträchtliche Sympathiefaktor und die kalkuliert schräge (respektive akzentreiche) Verwurstung bewährter Mechanismen hinterlässt unweigerlich ein breites Grinsen. Mit „Summer of Love“, „Wait for the Sun“, „Maximum Overdrive“, „New Life“ oder dem Titelstück gibt es (neben bereits genannten) ausreichend überzeugende Nummern. Gehobener Anspruch wird mit „Growing Up“ keineswegs bedient, dafür rasant vorgetragener Punk-Rock mit Exotenbonus aufgefahren. Der wurde bis 2001 über zwei weitere Platten und verschiedene EPs (darunter eine Weihnachts-Split mit WIZO) freudespendend ausgereizt. Manchmal sollte man das Leben einfach nicht so ernst nehmen.

Wertung: (7 / 10)

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