Hi-Standard – Angry Fist (1997, Fat Wreck)

hi-standard-angry-fistGesangliches Talent gab im Punk noch nie den Ausschlag für Erfolg. Wenn dem so wäre, hätten es HI-STANDARD vermutlich nie über die Grenzen ihrer Heimat hinaus zu Popularität gebracht. Doch die Japaner landeten zur richtigen Zeit bei Fat Wreck und setzten mit ihrem exotisch angehauchten (Pop-)Punk verblüffend viele Platten ab. Schrille Vocals mit deutlichem Akzent blieben das Markenzeichen des Trios. Dem Vergnügen bereitet das ebenso geringen Abbruch wie der überschaubare Variationsspielraum ihrer Songs. Dafür steht auch ihr zweiter Langspieler „Angry Fist“, der das Schema des Vorgängers „Growing Up“ bestenfalls marginal variiert.

Die Melodien gestalten sich insgesamt ein wenig poppiger, was den Vorwärtsdrang und das amtliche Tempo aber kaum tangiert. Die Hit-Ausbeute ist mit dem Opener „Fighting Fists, Angry Soul“, „Stop the Time“, „Endless Trip“, „Pathetic Man’s Song“ oder (vorrangig) „My Sweet Dog“ ungebrochen stattlich. Hinzu kommen in typischer Manier vorgebrachte Cover von THE WHO („The Kids Are Alright“), THE NOLANS („Gotta Pull Myself Together“) und CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL („Have You Ever Seen the Rain“) – sowie als Hidden Track das „Pink Panther“-Thema. Überschaubarer Originalität stellten HI-STANDARD stets großen Unterhaltungswert entgegen. Entsprechend breit ist das Grinsen auch hier – sofern man den Anspruch angemessen niedrig stapelt.

Wertung: (7 / 10)

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