Hellraiser: Revelations (USA 2011)

hellraiser-revelations„Hellraiser“ ist Kult. Die Sache hat nur einen Haken. Nein, Vorsicht Wortwitz, mehrere Haken, nämlich die Fülle mäßiger bis miserabler Fortsetzungen, die natürlich allesamt nicht an Clive Barkers klassisches Original von 1987 heranreichen konnten. Doch wer dachte, mit dem unerträglichen achten Part „Hellworld“ wäre der absolute Bodensatz erreicht, wird nun durch einen weiteren Aufgusses eines Besseren belehrt. Vorweg sollte aber fairerweise gesagt werden, dass der neueste Beitrag zum Thema als Verzweiflungstat betrachtet werden muss, drohte Dimension Films doch der Verlust der Lizenz zum höllischen Franchise um Kult-Dämon Pinhead.

Allerdings darf das auch nicht als Entschuldigung für „Hellraiser: Revelations“ vorgeschoben werden. Regisseur Victor Garcia, der die Galaxis schon mit Fortsetzungen von „House on Haunted Hill“ und „Mirrors“ beglücken durfte, hatte 11 Tage Drehzeit und etwa 300.000 Dollar zur Verfügung. Ach ja, und ein Drehbuch, das locker Platz im Umfang einer SMS findet. Nicht unbedingt die besten Voraussetzungen für einen ansprechenden Genrefilm. Eher für eine Knalltüte mit Ansage. In der wird uns die Geschichte der Familien Craven und Bradley erzählt, die gern miteinander verkehren. Im einen wie dem anderen Sinne.

So ist Bradley-Spross Nico (Jay Gillespie, „2010: Moby Dick“) nicht nur eng mit Craven-Sohn Steven (Nick Eversman, „Urban Explorer“) befreundet, sondern auch schwer in dessen Schwester Emma (Tracey Fairaway) verknallt. Die Jungs fühlen sich aber vom mondänen Getue ihrer Sippschaft abgestoßen und gönnen sich einen Kurztrip nach Tijuana, Mexico. Denn dort, wie jeder weiß, fließt der Tequila in Strömen und alle Frauen sehen aus wie Adriana Lima. Mindestens. Auch die Putas. Nein, besonders die Putas. Auch die, die neben überfüllten Mülltonnen auf willige Kundschaft warten. So vergisst Nico denn auch bald, dass sein von Liebe entflammtes Herz doch eigentlich nur Emma gehört. Bis dahin ist die mitgeschleppte Prostituierte aber bereits durch einen Bums-Unfall auf der Toilette verschieden.

Es folgen Panik und der Gang in die nächste Bar. Was auch sonst? Dort treibt sich allerhand sinistres Gesindel herum, das eine mysteriöse goldene Puzzlebox an den Mann bringen will. Für lau! Schon läuten die Glocken und die Zenobiten stehen im Zimmer. Na ja, eher preisgünstige Kopien. Die Jungs jedenfalls verschwinden in die altbekannte Folterhölle, was ihre Familien in den Staaten aber nicht davon abhält, sich in fesche Roben zu werfen und ein Gala-Dinner zu organisieren. Doch plötzlich steht der schwerverletzte Steven vor der Tür und beendet den schönen Abend jäh. Kein Telefon funktioniert mehr, die Autos verschwinden vom Parkplatz (!) und die Zenobiten sind natürlich auch nicht fern.

Auch wenn „Revelations“ das Original zitiert, ist er von dessen abgründiger Ausnahmeklasse unerreichbar weit entfernt. Der Mangel an Budget spielt sicher eine Rolle, doch wurde oft genug der Beweis angetreten, dass sich auch ohne Geld gute Filme drehen lassen. Ein gewaltiges Defizit zeigt sich hier aber bereits bei den Schauspielern. Besonders Nick Eversman präsentiert gegen Ende eine derart überzogene Psychopathen-Nummer, dass selbst Nicolas Cage vor Scham im Boden versinken dürfte. Auch die Abstinenz des angestammten Doug Bradley als Nagelkopf Pinhead wiegt schwer. Zumal Ersatzmann Stephan Smith Collins eine denkbar miese Figur macht. Damit fügt er sich aber immerhin nahtlos in ein Horror-Sequel von wahrhaft unterirdischer Güte.

Wertung: (2 / 10)

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