Hellraiser – Hellseeker (USA 2002)

hellraiser-hellseekerWillkommen zur neuerlichen Abnutzung des personifizierten Nadelkissens Pinhead und seiner Meute blutgieriger Zenobiten. Und fürwahr, als wäre der Reihe fünfter Teil nicht bereits in Gefilde des unteren Mittelmaßes vorgedrungen, muss Rick Botas „Hellraiser – Hellseeker” zu allem Überfluss in eine gleichgeartete Kerbe schlagen wie sein unmittelbarer Vorgänger „Inferno”. Zwar bemühte sich dieser im Kontext der auf Clive Barkers Kurzgeschichte basierenden Hölle-auf-Erden-Saga redlich um die Erschließung inhaltlichen Neulands, doch blieb das Resultat eine halbgare Fusion aus hinlänglich bekannten Standarten der Vorreiter und liebgewonnenen Parzellen des Mystery-Thrillers. Gleiche Voraussetzungen haben denn auch bei „Hellseeker” bestand, obgleich die sechste Aufbereitung des Stoffes durch die Rückkehr des Charakters der Kirsty Cotton (Ashley Laurence) eine Schließung des Höllenkreises zu dessen Ursprung anvisiert.

Allerdings währt die Wiedersehensfreude mit der Überlebenden der ersten beiden Teile nur für einige flüchtige Augenblicke, verschwindet Kirsty doch in den Wirren eines fatalen Autounfalls spurlos. Als ihr Ehemann Trevor (Dean Winters, „Fletchers Visionen”) im Krankenhaus mit akuter Amnesie erwacht, bezichtigen ihn die ermittelnden Polizeikräfte des Mordes an seiner Gattin. Aufgrund der mangelnden Beweislage darf Trevor das Hospiz verlassen und stellt, geplagt von schrecklichen Visionen und Albträumen, Nachforschungen über das Verschwinden seiner Gemahlin an. Als sich die Schatten der Vergangenheit allmählich zu lichten beginnen, kommen Trevor Erinnerungen an ein obskures Geschenk für seine Ehefrau: ein mysteriöser Würfel. Um hinter das Geheimnis von Kirstys Verbleib zu gelangen, muss Trevor jenseits der Grenzen bekannter Realitäten suchen, inmitten des Bannkreises des sinistren Höllendieners Pinhead (Doug Bradley).

Inhaltlich unausgegoren, wenngleich nicht frei von atmosphärischer Beschaffenheit, entlädt sich „Hellraiser – Hellseeker” in ein undurchsichtiges Geflecht aus stetig expandierenden Hirngespinsten. Spannung vermag der einstige Kameramann („Demon Knight”) und Regiedebütant Rick Bota dieser Konstellation seines ansprechend inszenierten Erstlings nur bedingt zu entlocken, doch bewegt sich „Hellraiser 6″ zumindest oberhalb der Vorgaben obligatorischer Genre-Sequels. Die Similarität zu „Inferno” rückt „Hellseeker” bei fortschreitender Spielzeit zusehends in den Bereich des plumpen Plagiatismus, hält Botas Beitrag zur Reihe doch schlicht keinerlei Neuerungen bereit. Unterstützt durch einen spärlichen Score und versehen mit durchwachsenen CGI-Effekten, bleibt das geringe Budget der Direct-to-Video-Produktion stets ersichtlich. Dem entgegen wissen die Macher die geringe finanzielle Grundierung vornehmlich durch schummrig ausgeleuchtete Sets und wohl kalkulierte Kameraarbeit zu kaschieren.

Die Darsteller derweil agieren im Rahmen ihrer Fähigkeiten durchaus überzeugend, obschon „Hellseeker” in keiner Sektion durch herausragende Leistungen besticht. Vielmehr ist es dem sechsten Aufguss anzulasten, dass Doug Bradley alias Pinhead erneut kaum zum Einsatz gereift und merklich zur undankbaren Randfigur der Geschichte verkommt. Die darf in einer weiteren an Spannungsarmut krankenden Auflösung im Fahrwasser von „Carnival of Souls” den Butzemann geben und das langatmige B-Picture als archetypisch kruden Fortsetzungsfirlefanz abstempeln. Doch wer glaubt, das Ende der Fahnenstange sei damit nun endgültig erklommen, der sieht sich einmal mehr getäuscht. Denn mit „Deader” und „Hellworld” scharren bereits die nächsten beiden von Rick Bota inszenierten Ableger an den Pforten unserer Realität. Also dann, der nächste bitte!

Wertung: (4 / 10)

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