Helden USA (USA 1987)

helden-usaNa wer reckt da auf dem Cover mit dicken Armen und martialischer Pose das MG in die Höhe? Es ist der ehemalige Football-Profi und „Hunter“-Star Fred Dryer, der es im 1987 produzierten Actionstreifen „Helden USA“ zünftig patriotisch krachen ließ! Der deutsche Titel ist zwar wieder absoluter Bockmist, unterstreicht aber vorzüglich den revisionistischen Tenor des im Original „Death Before Dishonor“ benannten Films. Der nämlich zeigt das US-Militär von seiner ehrenhaftesten Seite und unterstreicht die Wichtigkeit amerikanischer Interventionen in fremden Ländern, wobei als Feindbild (wieder) islamische Terroristen herhalten durften.

Deren Anführer hört denn auch gleich auf den Namen Jihad (Rockne Tarkington, „Krieg der Eispiraten“) und plant mit seiner Bewegung die Zionisten – und als stabilisierende Kraft die Amis gleich noch dazu – aus dem fiktiven Nahost-Staat Jemal zu vertreiben. Unterstützung hat er sich von den international berüchtigten Terroristen Gavril (Mohammed Bakri) und Winter (Kasey Walker) geholt, denen Journalistin Elli (Joanna Pacula, „Tombstone“) die passende Publicity bietet. Ihnen gegenüber steht Gunnery Sergeant Burns (Dryer), der als Sicherheitschef der amerikanischen Botschaft in die Region berufen wurde.

Seine Methoden passen dem US-Konsul (Paul Winfield, „Cliffhanger“) nicht in den Kram, entpuppen sich aber als probatestes Mittel, als die Fanatiker Burns’ Vorgesetzten entführen und ihm die Hand aufbohren. Die im Stile einer Urgewalt über die Schurken kommende Vergeltung wird unter dem Sternenbanner legitimiert, während der Freiheitskampf der Revolutionäre vor allem mit dem Anschlag auf das Botschaftsgebäude als Barbarei verteufelt wird. So simpel diese moralisch-politische Botschaft auch verkauft wird, von der zynischen Menschenverachtung eines „Rambo 2“ ist „Death Before Dishonor“ ein gutes Stück entfernt. Von dessen bombastischer Inszenierung allerdings auch.

Die ruppige (B-)Action ist brauchbar gemacht, wenn Dryer die Schrotflinte schwingt und mit markiger Entschlossenheit Gegner wegputzt. Spätestens beim Showdown wirkt die kaum über TV-Niveau rangierende Regie des renommierten Stunt-Koordinators Terry Leonard („Blues Brothers“) aber Budget- und Ideenlos. Immerhin mit Auftauchen des Mossad, für den Elli spionieren darf, schleicht sich ein Hauch von Ambivalenz in den politischen Konflikt ein. Der Rest ist vom dullen Score Brian Mays (Queen) überlagerter Stumpfsinn mit „Er starb fürs Vaterland“-Pathos. Nicht gänzlich misslungen, in weiten Teilen aber doch antiquiertes Säbelrasseln von vorgestern.

Wertung: (4 / 10)

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