Headhunter (USA 2005)

headhunterEin neuer Streifen von Tarantino! Filmfreunde schauen in Zukunft besser zweimal hin. Denn neben Quentin ist da jetzt auch Paul Tarantino. Der entstammt ebenfalls dem Independent-Sektor, wo er sich als Cutter und Autor betätigte, bevor er begann, selbst als Regisseur zu arbeiten. Sein zweiter Film „Headhunter“ erscheint hierzulande als Verleihpremiere und hat mit dem Oeuvre des populären Namensvetters erwartungsgemäß wenig gemein. Dafür bedient er souverän Anhänger des preiswert produzierten Horrors und weckt allein durch seine spürbare Nähe zur „Twilight Zone“ Aufmerksamkeit.

Die Handlung taucht ein in die beruflichen Sorgen des aufstrebenden Versicherungsagenten Ben (Benjamin John Parillo, „Wicked Wicked Games“). Der will mehr Geld verdienen und begibt sich dafür auf die Suche nach einem neuen Job. Auf Anraten des Unternehmers Bennet (Mark Aiken, „Mersey Beat“) engagiert er Headhunterin Sarah (Kristi Clainos, „Knuckle Sandwich“), die ihm prompt ein lukratives Angebot unter ihrer Führung vorlegt. Die Entlohnung ist fürstlich, nur muss Ben dafür nachts schuften. Als sich unheimliche Begebenheiten am neuen Arbeitsplatz häufen, beginnt er Nachforschungen anzustellen und muss die makabre Doppeldeutigkeit des Filmtitels bald am eigenen Leibe spüren.

Alles ist möglich, wenn auch nicht immer plausibel erklärbar. Ganz im Sinne comichafter Moralparabeln – neben der erwähnten „Twilight Zone“ standen auch die „Tales From the Crypt“ Pate – setzt die Geschichte nicht auf Nachvollziehbarkeit, sondern den Reiz des Unerklärlichen. Zwingend originell ist das nicht, bereitet im Rahmen seiner Möglichkeiten aber durchaus Vergnügen. Der Aufbau vollzieht sich ohne Tempo und bleibt auf die Ausrichtung einer unwirklich makabren Stimmung bedacht. Die Tricks und Effekte sind angesichts des schmalen Budgets achtbar, wenn auch meist deutlich sichtbar am Computer entstanden.

Der Plot bewegt sich in relativ vorgezeichneten Bahnen, fährt von zombiehaften Mitarbeitern bis zur obligatorischen Schlusspointe aber die ein oder andere nette Idee auf. Am Rande verliert auch mal ein Protagonist den Kopf, doch bleiben blutige Spannungslöser die Ausnahme. Mit „Headhunter“ hat Paul Tarantino einen unterhaltsam schwarzhumorigen Horrorfilm nach Bauart serialen Trivialgrusels geschaffen. Dank solider TV-Darsteller und angemessener Kürze funktioniert diese Hommage auch ohne finanziellen Überfluss. Für den Regisseur bleibt nur zu hoffen, dass sein Nachname zukünftig nicht an Erwartungen geknüpft wird, die mit seiner Ambition rein gar nichts zu tun haben.

Wertung: (5 / 10)

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