Hawthorne Heights – The Silence in Black and White (2004, Victory Records)

hawthorne-heights-the-silence-in-black-and-whiteVon herzzerreißender Emotionalität durchzogene Hardcore-Bands schossen in den letzten Jahren wie Pilze aus dem nährreichen Grund der unabhängigen Musikschattierungen. Einer der aktuellsten aus dem Mutterboden des Genres gereckten Köpfe trägt den Titel „The Silence in Black and White” und markiert das via Victory Records vertriebene Debütalbum der in Dayton, Ohio, ansässigen Formation HAWTHORNE HEIGHTS. Zumindest unter dieser Namensgebung, veröffentlichte das Quintett doch unter der ursprünglichen Überschrift A DAY IN THE LIFE bereits im Gründungsjahr 2001 eine Scheibe über Confined Records.

Nun also „The Silence in Black and White”; eine Platte, die einmal mehr die essenzielle Frage aufwirft, aus welchem Grunde der geneigte, von Herzschmerz gebeutelte Musikfreund gerade diesen Kiesel der launigen musikalischen Freizeitertüchtigung für sich herauspicken soll, wo gleichgeartete Bands doch an jeder Ecke um Anerkennung feilschen? Oder anders formuliert: Was haben HAWTHORNE HEIGHTS an sich, was einem nicht ebenso FINCH, TAKING BACK SUNDAY, MATCHBOOK ROMANCE oder A BEAUTIFUL MISTAKE bieten könnten? Es ist schlicht diese Beliebigkeit, die HAWTHORNE HEIGHTS in der unüberschaubaren Masse versinken lässt, die „The Silence in Black and White” in keinem Augenblick eigenständig oder von runder Funktionalität erscheinen lässt.

Zwar vermag die Produktion ebenso zu überzeugen, wie die prinzipiell gefällige Symbiose aus Indie-Rock und Post-Hardcore, doch ist gut geklaut eben nur halb gewonnen. So bieten auch HAWTHORNE HEIGHTS einzig Musik für Leute, deren existenzielle Fragen sich darum ranken, ob man überhaupt noch ohne Bandshirt auf Konzerten erscheinen darf. Und wenn die Antwort nein lautet, passt mein HIVES-Shirt dann überhaupt zum Publikum von THURSDAY? Nur nach dem „Nett sind ‘se alle”-Prinzip funktionieren zu wollen, erscheint schlicht als glasiges Attribut an den Ausverkauf einer ganzen Szenerie. Eine künstlerische Gattung, welche sich aufgrund von Bands wie HAWTHORNE HEIGHTS eigenhändig das Damoklesschwert der Nichtigkeit in den offenen Schlund rammt.

Wertung: (5 / 10)

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