Hawthorne Heights – If Only You Were Lonely (2006, Victory Records)

hawthorne-heights-if-only-you-were-lonelyDer Zug nach Emohausen fährt in diesem Frühjahr wieder über HAWTHORNE HEIGHTS. In ihrer Heimat Amerika verkaufte sich das Debüt „The Silence In Black And White“ prächtig. Der Nachfolger „If Only You Were Lonely“ knüpft nahtlos an diesen Erfolg an – in guten wie in schlechten Belangen. Denn der Band gelingt das Kunststück, auf Album Nummer zwei noch formelhafter als zuvor zu klingen. Ihre Musik ist Indie-Rock aus dem Baukasten, vom Titel bis zum Schlussakkord eine Sammlung fader Klischees.

Es wird weniger geschrieen als auf dem Vorgänger, dafür vokal mehr gesäuselt. Die Handhabung der Instrumente bleibt versiert, der Raumklang absolut überzeugend. Wären nur diese eintönigen Melodien nicht. „If Only You Were Lonely“ greift nicht, packt nicht und geht schlichtweg am sprichwörtlichen Arsch vorbei. Ein jeder Song bedient sich des gleichen Musters, scheint einzig konzipiert, um die Erwartungen des Publikums nicht zu enttäuschen. Abwechslung oder die Freude am Experiment sucht man vergebens. Sklavisch folgen HAWTHORNE HEIGHTS dem wenig überraschenden Erfolgsrezept der ersten Scheibe und sichern so zumindest den kommerziellen Zuwachs.

Eintönige Arrangements, Schreie und gespielte Verzweiflung geben bei „If Only You Were Lonely“ den Ton an. HAWTHORNE HEIGHTS gehen kein Risiko ein, die Zielgruppe zu verprellen. Der Erfolg mag ihnen Recht geben, der Hang zu konventioneller Banalität hält dagegen. Beim deutschen Publikum kam das Spiel der Emotionen im ersten Anlauf nur bedingt an. In Anbetracht der annähernd identischen Konzeptionierung dürfte sich daran auch in zweiter Instanz nicht viel ändern. Aber manche Erfolgsgeschichten geben ohnehin ewiglich Rätsel auf.

Wertung: (5 / 10)

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