Harry Potter und der Stein der Weisen (USA/GB 2001)

harry-potter-und-der-stein-der-weisenIm Vorfeld sorgte wohl kaum ein Film für solchen Wirbel wie die Adaption von Joanne K. Rowlings Bestseller „Harry Potter und der Stein der Weisen“. Dass Warner trotz eines Budgets von ca. 125 Millionen Dollar für die Realisierung der Kinoadaption schon im Vorfeld schwarze Zahlen schrieb, u.a. für etliche Merchandise-Artikel und die Fernsehrechte, verwundert wenig. Trotzdem bleiben viele Zuschauer skeptisch, denn entweder liebt man die Abenteuer des kleinen Zauberers oder nicht, dazwischen gibt es meist nichts. Aber der Film sollte auch Zweifler in seinen Bann ziehen, denn Chris Columbus werkgetreue Umsetzung der Buchvorlage ist rundum gelungen.

Zur Story um den kleinen Harry Potter (Daniel Radcliffe) muss man wohl kaum mehr große Worte verlieren. Nach dem gewaltsamen Tod der Eltern durch den finsteren Lord Voldemort fristet er bei seinen schrecklichen Verwandten in einem Schrank unter der Treppe ein tristes Dasein. Doch dann, an seinem elften Geburtstag, erfährt Harry, dass er eigentlich ein Zauberer ist und an die große Hogwarts-Zauberschule berufen wird, wo er in Ron (Rupert Grint) und Hermine (Emma Watson) Freunde und in Draco Malfoy (Tom Felton) einen Intimfeinde findet und sich schließlich dem sinistren Treiben Voldemorts entgegenstellen muss.

„Harry Potter und der Stein der Weisen“ besticht von Beginn an mit seiner Liebe zum Detail. Produktionsdesigner und Kostümbildner haben bei der visuellen Umsetzung des Stoffes wahrlich ganze Arbeit geleistet. Hinzu gesellt sich eine perfekt getroffene Darstellerriege, die ihr Übriges tut, um die Verfilmung zu einem (fast) gänzlich zufriedenstellenden Erlebnis zu machen. Es sollte klar sein, dass bei der Umsetzung eines so komplexen Werkes die eine oder andere Passage verkürzt werden musste, aber der Film bringt es auch so schon auf fast zweieinhalb Stunden. Höhepunkt an Einfallsreichtum und Ausstattung bildet zweifelsohne das Quidditch-Spiel, ein Mannschaftssport, bei dem die Spieler auf fliegenden Besen durch die Luft sausen.

Chris Columbus („Mrs. Doubtfire”) hat die schwere Aufgabe, die Atmosphäre der Vorlage, gerade in seinen mitunter sehr düsteren Szenen auf die Leinwand zu übertragen, überzeugend gemeistert. Die hervorragenden Darsteller um Daniel Radcliffe („Der Schneider von Panama“) können sich ebenfalls sehen lassen. So geben sich u.a. Richard Harris („Der Mann, den sie Pferd nannten”) als Schulleiter Dumbledore, Robbie Coltrane („Für alle Fälle Fitz”) als gutmütiger Koloss Hagrid, Alan Rickman („Stirb langsam“) als durchtriebener Professor Snape, Maggie Smith („Sister Act“) als Professor McGonnagal und Ex-Monty Python John Cleese als Hausgespenst Sir Nick die Ehre eines Gastspiels. Insgesamt ein wunderbarer Film, der die nächstjährige Fortsetzung mit Spannung erwarten lässt.

Wertung: (7,5 / 10)

scroll to top