Harold & Kumar (USA/CDN/D 2004)

harold-and-kumarWas kommt dabei heraus, wenn man den Koreaner aus „American Pie“ und den Inder aus „Party Animals“ zu Hauptakteuren eines eigenen Films befördert? Im Grunde gar nichts, denn die auf Hauptrollengröße gewalzten Randcharaktere genügen kaum der kurzweiligen Auskleidung von 90 Minuten Spielzeit. Dabei wandelt Regisseur Danny Leiner auf den Spuren seines eigenen – bislang von „Ey Mann, wo is’ mein Auto?“ gekrönten – Schaffens und bedient mit der debilen Kiffer-Klamotte „Harold & Kumar“ jenen Publikumszirkel, dem „American Pie“ zu kopflastig war.

Investment-Banker Harold Lee (John Cho) und der angehende Medizinstudent Kumar Patel (Kal Penn) bilden eine dauerbekiffte Wohngemeinschaft. Als sie zwischen Rauschwerk und Fernseher eines Abends der Hunger plagt, erregt die Fast-Food-Kette „White Castle“ mit reichhaltigem Angebot die Aufmerksamkeit der beiden Couch-Potatoes. Doch erweist sich der Weg Richtung Sättigung als steinig, was Harold und Kumar im Verlauf der Nacht in Konflikt mit Proleten, rassistischen Cops und einem vollgedröhnten Schauspieler (Neil Patrick Harris, „Starship Troopers“) stürzt.

Mit dem Ausklang der Ära „American Pie“ büßte auch die politisch bemüht unkorrekte Teenie-Komödie an Glanz ein. Unter der Patina des Genres geblieben sind sporadisch aufkeimende Nachzügler, die ihre Halbwertzeit zumeist überschritten haben, noch bevor ihr Erscheinen überhaupt registriert wird. Ähnlich ergeht es da auch „Harold & Kumar“, der sich in kruden Mätzchen und überzogen grotesken – nicht zu vergessen schlecht gemachten – Possen ergeht. Der Ritt auf dem Rücken eines bekifften Gepards funktioniert im Ansatz zwar als greller Trip durch die Psyche der Generation-Y, die subtil gestreute Satire auf ethnische Stereotypen geht dabei jedoch ebenso in Rauch auf wie die obligatorische Verherrlichung leichter Drogen. Deren Genuss mag den Unterhaltungswert des Films steigern, besser macht es ihn dadurch allerdings nicht.

Die wenig ergötzlichen Hauptdarsteller, deren deutschen Stimmgaben Rick Kavanian und Oliver Pocher, sowie Dumpfbacke Anthony Anderson („Kangaroo Jack“), Ryan Reynolds („Party Animals“), David Krumholtz („10 Dinge die ich an dir hasse“) und „American Pie“-Heimscheißer Eddie Kaye Thomas in kleineren Gastrollen, sind der lustigen Arschgeigen dann doch zu viele. Denn der klischeebeladene Unfug verknüpft einzig aufgewärmten Pennäler-Klamauk aus Kiff- und Furzscherzchen zu einem faden Geflecht oft kopierter Eskapismen. Das ist weder originell, noch in der simplen Verkettung situationskomischer Episoden vergnüglich inszeniert. Mehr als eine handvoll drolliger Kalauer ist nicht zu holen – bei der peinlichen deutschen Synchronisation sogar noch weniger.

Wertung: (3 / 10)

scroll to top