Harm/Shelter – Paycheck (2016, Beatdown Hardwear)

harm-shelter-paycheckBei Beatdown Hardwear, darauf kann man sich verlassen, ist ruckzuck die Fresse dick. Die Bands des Leipziger Labels pflegen durchweg ein Dicke-Eier-Prinzip, das den urbanen Raum an der Schnittstelle von Hardcore und Metal zur Kampfzone erhebt. Ihren Anteil daran nehmen nun auch HARM/SHELTER aus Gießen, deren Herkunft, gemessen am Sound ihres Albumerstlings „Paycheck“, aber eher in einem Problemviertel von Los Angeles vermutet werden dürfte. Das weckt mitunter Erinnerungen an PRO-PAIN, DOWNSET oder die frühen BIOHAZARD. Wenn das deutsche Pendant eine durchschlagende Wirkung auch insgesamt vermissen lässt.

Mit Wut und Wucht keult sich das Gespann durch ein Dutzend Tracks, das versiert etwaige Genre-Klischees wiederkäut. Das schafft durchaus Eindruck, wenn das Tempo variiert und mit Gangshouts, Breakdowns und Hip-Hop-Anleihen gespielt wird. Letztgenanntes Element gilt vorrangig für den deutschsprachigen Beitrag „Vom Schatten ins Nichts“, der allerdings mit generischen Beats daherkommt und als Kontrastprogramm eine Spur zu deutlich aus dem Rahmen fällt. Überzeugender knallen da schon das gegen Rassismus Stellung beziehende „Mr. Bown“ oder das von rockigem Refrain überschattete „Gomorra“ aus den Boxen. Eine schlechte Platte haben HARM/SHELTER mit „Paycheck“ beileibe nicht vorgelegt. Wohl aber eine, die sich trotz bemühtem Abwechslungsreichtum als dezent monotones Bollo-Gewitter entpuppt. Je nach Tagesform kann aber auch das amtliches Vergnügen bereiten.

Wertung: (6 / 10)

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