Hard to Fight (ROK/USA 2004)

hard-to-fightOhne das physische Zubrot der mimischen Einfalt Steven Seagal wäre die koreanische Produktion „Clementine“ wohl nie über die Grenzen ihres Herstellungslandes hinaus bekannt geworden. Doch winkte dem pfundigen B-Kaliber zur Belohnung für sein einminütiges Mitwirken vermutlich eine Wagenladung Zwiebelmett oder sein Lebendgewicht in Geflügelsülze. Anders ist Seagals Verirrung in Kim Du-yeongs („Live or Die“) unbeholfenes Action-Drama wohl kaum erklärbar. Denn „Hard to Fight“ – so der deutsche Verleihtitel des strapaziösen Murks – funktioniert auf keiner der anvisierten Ebenen auch nur im Ansatz. Weder als harter Actionfilm, noch als eindringliches Drama.

Einst verlor Kim Seung-hyun (Lee Dong-jun, „Hot Rain“) den entscheidenden Kampf um die Weltmeisterschaft im Taekwondo gegen seinen amerikanischen Opponenten aufgrund einer Fehlentscheidung der Juroren. Zur gleichen Zeit gebiert ihm seine Frau (Kim Hye-ri, „Legend of the Evil Lake“) eine Tochter und verstirbt. Resigniert heuert der alleinerziehende Vater bei der Polizei an. Jahre später wird Kim wegen wiederholter Brutalität gegenüber Verdächtigen vom Dienst suspendiert. Um seine Tochter zu schützen, lässt er sich von einem skrupellosen Unterweltboss zur Teilnahme an illegalen Schaukämpfen zwingen. Doch damit nicht genug: Als Kim in einem Duell gegen den unbesiegten amerikanischen Champion Jack Miller (Steven Seagal, „Belly of the Beast“) antreten soll, entführen die Gangster als Druckmittel seine Tochter.

So weit, so gut. Allerdings entpuppt sich die Storyline von „Clementine“ als redseliger Charakterkitsch ohne jeglichen Anspruch. Denn zu allem Überfluss taucht die todgeglaubte Frau des keilenden Ordnungshüters auf und bringt die Gefühlswelt von Mann und Tochter nachhaltig in Wallung. Dabei lässt die simpel gestrickte Dramaturgie kein Seifenoper-Klischee und kein inhaltliches Fettnäpfchen aus – Kampfwurst Steven Seagal inbegriffen. Dieser darf als grimmiger amerikanischer Superfighter kurz seine Plauze durch den Ring chauffieren und mit der Synchronstimme von Grizzly Adams zum versöhnlichen Ausklang Hallodri blasen.

Darstellerisch ist in Anbetracht des beinahe schmerzlich dümmlichen Plots kein Blumentopf zu gewinnen. Die Leistungen der Akteure bleiben entsprechend blass, obgleich nicht völlig ausdruckslos. Zur echten Bewährungsprobe gereift allerdings die elend kitschige Marinade des aufgesetzten Familiendramas mitsamt der lächerlichen Moralplakatierung des Finales.

Actionszenen bleiben im Refugium von „Hard to Fight“ äußerst spärlich gesät – beschränkt auf vereinzelte, solide inszenierte Keilereien mit manch überflüssiger Härte versehen. Der anvisierte Höhepunkt des Films, der Kampf zwischen Lee Dong-jun und Steven Seagal wirkt entgegen des aufgebauschten Gebarens im Vorfeld beinahe beschämend mittelmäßig. Behäbig und gedoubelt schleicht Gaststar Seagal an der Kamera vorbei und umschreibt den deutschen Verleihtitel mit seiner Darbietung vortrefflich. Denn beschwerlicher schien es für den alternden Haudegen in sämtlichen Höhen und Tiefen seiner Karriere bislang nicht, die Glieder von sich zu strecken. Mögen die letzten in den vereinigten Staaten produzierten Streifen mit Steven Seagal auch noch so schlecht gewesen sein, zumindest wurde dort nicht so viel dummes Zeug geredet wie in diesem gähnend langweiligen Kulturclash.

Wertung: (2 / 10)

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